Die Bayern-Basketballer reisen mit dem 0:1 und einer klaren Erwartungshaltung zum zweiten Playoff-Finale nach Berlin. "In diesem Hexenkessel gewinnen zu müssen, ist schwierig", sagt Uli Hoeneß.

München - Mit einem klaren Auftrag im Gepäck stiegen die Bayern-Basketballer gestern Nachmittag ins Flugzeug Richtung Berlin. Denn nach der 95:106-Heimniederlage gegen Alba zum Auftakt der Playoff-Finalserie, die nach dem Modus Best-of-five ausgetragen wird, ist klar: Wenn die Münchner ihre Meistermission noch erfüllen wollen, müssen sie mindestens ein Spiel in der Hauptstadt gewinnen. Ob das schon heute gelingt, können die daheimgebliebenen FCBB-Fans beim Public Viewing im Foyer des Audi Domes verfolgen.

Der Heimvorteil liegt vor Spiel zwei in Berlin (19 Uhr) bei Alba. Den hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor den Finals im AZ-Interview noch als "unschätzbaren Vorteil" erachtet und gesagt: "In diesem Hexenkessel in Berlin gewinnen zu müssen, wäre schwierig." Genau das ist jetzt aber nötig, um nicht die erste Playoff-Serie gegen Alba überhaupt zu verlieren. "Wir müssen in Berlin zurückschlagen. Dafür müssen alle von uns in bester Verfassung auftreten", sagte Vladimir Lucic.

Alba-Trainer: "Es ist noch alles offen"

Wie man beim jeweiligen Erzrivalen gewinnt, wissen beide Teams eigentlich nur zu gut. "Es ist noch alles offen", sagte Albas Traineraltmeister Aito Reneses, 71, auf AZ-Nachfrage: "Sie haben in der Liga in Berlin gewonnen und wir in München (80:70 und 91:72; d. Red.)." Und sowohl die Triumphe ausgerechnet in der Halle des großen Widersachers schmecken für beide ja nun mal auch am süßesten - wie ein Blick in die jüngere Historie des Duells Rot (Gewinner Bayern) gegen Gelb (Gewinner Berlin) zeigt:

Meisterschaft 2014: Der größtmögliche Coup gelang den Bayern in ihrem Meisterjahr. Zum bisher ersten und einzigen Mal nach ihrem Wiederaufstieg krönten sich die Bayern nicht nur gegen Berlin zum Champion, sondern sicherten sich auch noch das entscheidende 3:1 in der Hauptstadt. An der alten Wirkungsstädte von Meistercoach Svetislav Pesic, Geschäftsführer Marko Pesic, der acht Jahre lang das Alba-Trikot trug, Bryce Taylor, Nihad Djedovic, Deon Thompson, Steffen Hamann, Yassin Idbihi, Demond Greene und Heiko Schaffartzik.

Finaleinzug 2015: Auch ein Jahr später durften die Bayern in Berlin jubeln. Nach einer Serie, in der beide Teams zuvor ihre beiden Heimspiele gewannen, entschied der FCBB Spiel fünf bei Alba nach Verlängerung (101:96) für sich. Im Finale mussten sich die Münchner dann allerdings Bamberg mit 2:3 geschlagen geben.

Pokalsieg 2016: Bei dem damals erstmals in München ausgetragenen Pokal-Top-Four-Turnier revanchierten sich die Berliner für die Schmach der vergangenen Jahre. Nachdem die Bayern Titelverteidiger Bamberg im Halbfinale ausgeschaltet hatten, sorgte der Außenseiter noch für ein Drama dahoam im Audi Dome und zwang die Gastgeber im Endspiel mit 67:65 in die Knie. Mitverantwortlich dafür war in Alex King ausgerechnet ein gebürtiger Münchner, der den Pokal als Alba-Kapitän entgegennahm - und nach der Saison dann zurück zu seinem Jugendverein FC Bayern wechselte.

Pokalhalbfinale 2017: Ein Jahr später vermasselten King und die Bayern den Berlinern ihr Heim-Pokalturnier - und warfen den Gastgeber im Halbfinale aus dem Wettbewerb. Im Finale unterlagen die Münchner allerdings - mal wieder - Bamberg mit 71:74. 2018 sicherten sich die Münchner schließlich ihren ersten Pokalsieg seit 50 Jahren - auf "neutralem Boden" in Ulm, aber mit einem 80:75 im Finale gegen, wen auch sonst: Berlin.

Fortsetzung folgt.