Retter im Dauereinsatz Geht in Straubing ein Feuerteufel um?

Autorenprofil Ruth Schormann
Brandserie in Straubing. Foto: Ulli Scharrer, Hans Filipcic

Dreimal brennt es dort in Kellern, innerhalb weniger Stunden sogar in zwei benachbarten Häusern. Die Kripo schließt Brandstiftung in keinem der Fälle aus.

 

Straubing - Um 17.50 Uhr kommt der erste Alarm: Brand mehrerer Kellerabteile in einem Wohnhaus im Südwesten Straubings. Ein Mann steht im ersten Stock, ruft um Hilfe. Die Feuerwehr rettet ihn, er bekommt eine leichte Rauchvergiftung – die anderen Bewohner bleiben unverletzt.

Doch die Hitze im Keller und die Dunkelheit machen es am Dienstagabend nicht leicht, das Feuer zu löschen. Die Helfer räumen die rußigen Abteile aus, ein Kinderwagen liegt auf dem Rasen vor dem Haus, er war einmal rosa, jetzt ist er schwarzbraun und verbogen.

Keine zwölf Stunden später brennt es schon wieder, wieder im Keller: Diesmal am ehemaligen Institut für Hörgeschädigte, das seit Jahren leer steht. Es ist nur ein paar Hundert Meter vom Brandort des Vorabends entfernt. Hier wird niemand verletzt.

Unter den über zehn Verletzten sind auch mehrere Kleinkinder

Als die Retter noch mit dem Löschen beschäftigt sind, schrillt der Alarm erneut: Schon wieder meldet eine Anwohnerin einen Brand aus der Gebrüder-Grimm-Straße – das Feuer wütet im Heizungskeller des benachbarten Hauses, das zum gleichen Gebäudekomplex gehört.

Die Feuerwehr rettet die Bewohner. Auch kleine Kinder sind dabei, die sich tapfer an den Stäben des Drehleiterkorbs festklammern. Elf Menschen kommen wegen Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus – eine kleine Katze retten die Feuerwehrler ebenfalls aus einer verrauchten Wohnung.

Geht in Straubing ein Brandstifter um?

Die Kriminalpolizei sucht nach Zeugen, die Verdächtiges bemerkt haben. "Jeder Täter macht Fehler", sagt Kriminalhauptkommissar Alexander Strunz vom Polizeipräsidium Niederbayern zur AZ. "Wir können einen Zusammenhang zwischen den Bränden nicht als gesichert ansehen, aber alle drei Objekte sind leicht zugänglich, hatten keine versperrte Tür und natürlich gibt es den zeitlichen Zusammenhang", erklärt er.

Strunz betont, sämtliche Gerüchte in sozialen Medien seien reine Spekulation – "es ist Wahnsinn, was da auf Facebook wieder abgeht." Er hofft, dass sich ein möglicher Brandstifter verplappert oder die Polizisten im Brandschutt Hinweise auf ein gelegtes Feuer finden.

Die Straubinger haben erst im November einen schweren Brand erlebt: Damals zerstörte ein Feuer das historische Rathaus. Die Ermittler schlossen hier Brandstiftung aus.

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