Renault spart Sprit So schaut ein Ein-Liter-Auto aus

In die Studie Eolab von Renault sind 100 neue Spritspar-Maßnahmen eingebaut. Foto: Hersteller

Ganz schön seiner Zeit voraus, was Renault da auf die Reifen gestellt hat: Der Super-Spritsparer Eolab hat rund 100 verbrauchsmindernde Feinheiten an Bord.

 

Köln - Mit der Studie im Clio-Format zeigt Renault "einen zukunfts­weisenden Technologieträger, der mit einem kombinierten Verbrauch von 1,0 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer (22 g CO2/km) neue Effizienzmaßstäbe setzt”, so Reinhard Zirpel von Renault Deutschland. Möglich mache das neue Hybrid-Antriebs­technik, intelligenter Leichtbau und ausge­feilte Aerodynamik. Statt teurer Materialien wie Titan wurden aus Kostengründen Aluminium und Magnesium verwendet. Damit will Renault zeigen, dass ein extrem niedriger Kraftstoff­verbrauch auch für einen großen Kundenkreis machbar ist. Innerhalb von zehn Jahren soll ein Auto mit dem Eolab-Technikpaket in Großserie produziert werden.

Kern des Hybrid-Systems sind ein 57 kW/78 PS starker Dreizylinder-Benzinmotor mit 1,0 Liter Hubraum und 95 Nm Drehmoment und ein Elektromotor mit 50 kW/68 PS Leistung und 200 Nm Drehmoment. Der Elektromotor bezieht seine Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit 6,7 kWh Energie. Der Stromspeicher erlaubt rein elektrisches Fahren bis zu 60 Kilometer und bis 120 km/h.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein 3-Stufen-Getriebe, das sämtliche Geschwindigkeitsbereiche abdeckt. Die beiden ersten Fahrstufen sind an den Elektromotor gekoppelt, die dritte Stufe an den Verbrennungsmotor. Je nach Einsatzzweck sind neun Kombinationen möglich. Die Wechsel erfolgen automatisch und werden elektronisch gesteuert.

Der Fahrer kann vor Fahrtantritt zwischen einem Kurz- und Langstreckenmodus wählen. Bei Langstreckenfahrten arbeiten Benzin- und Elektromotor zusammen. Im Schiebebetrieb und beim Verzögern wird die Batterie durch Rekuperation wieder aufgeladen. Bei Kurzstreckenfahrten schaltet sich das Ver­brennungsaggregat erst ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h hinzu.

Im Vergleich zu einem Renault Clio der gleichen Größenklasse ist die Studie 955 Kilo schwere Studie rund 400 Kilogramm leichter, plus das rund 145 Kilo­gramm schwere Hybridsystem.

Auch in der Aerodynamik punktet die Renault Studie. Der Cw-Wert beträgt 0,235. Ergebnis der aerodynamischen Optimierung: Bei 130 km/h Fahrgeschwindigkeit verringert sich der Verbrauch gegenüber dem Clio um 1,2 Liter pro 100 Kilometer.

Zur Verringerung des Luftwiderstands verfügt der Eolab unter anderem über eine Luftfederung, die den Wagen bei Geschwindig­keiten ab 70 km/h gegenüber der Normalposition um 25 Millimeter absenkt und so den Luftstrom unter dem Fahrzeug verringert. Dabei hilft auch der aktive Spoiler, indem er ebenfalls um zehn Zentimeter herunterfährt. Ebenfalls ab 70 km/h öffnen sich Luftleitelemente im Heckstoßfänger hinter den Hinterrädern. Sie verhindern Luftverwirbelungen, die wie Bremsen wirken können.

Eine Rolle bei der aerodynamischen Gestaltung spielen auch die Felgen. Aus Designgründen und um eine optimale Bremskühlung zu gewährleisten, sind diese offen gestaltet. Beim fahrenden Auto schließt ein Mechanismus jedoch die Felgen und verringert so den Luftwiderstand. Temperaturfühler überwachen, dass die Bremsen nicht überhitzen. In diesem Fall öffnen sich die Felgen wieder.

 

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