Reiter, Schmid, Böhle Wiesn-Finale: Verantwortliche ziehen persönliche Bilanz

In der AZ ziehen die Oktoberfest-Verantwortlichen eine persönliche Bilanz. Foto: AZ

Wie rüsten Sie sich fürs Finale?... und was machen Sie am Dienstag, wenn die Wiesn nach 17 Tagen zu Ende gegangen ist? In der AZ ziehen die Macher des Oktoberfestes ihre ganz persönliche Bilanz – und das durchaus kurzweilig.

München - Wie die Zeit vergeht – drei Tage noch, dann ist die verlängerte Wiesn auch schon wieder Geschichte. Mitten drin im großen Wiesn-Finale – die Anzahl der getrunkenen Maßn und verputzten Ochsn sind noch gar nicht ermittelt – zieht die AZ schon mal eine vorläufige Bilanz über ein Oktoberfest, das heuer ein klein bisserl anders war als in den vergangenen Jahren.

Anders, aber sicher nicht schlechter. Und vor allem eins: viel, viel ruhiger.

Wir haben OB Dieter Reiter, Wiesn-Chef Josef Schmid, KVR-Chef Thomas Boehle und Ochsenbraterei-Chefin Antje Schneider nach ihrem ganz persönlichen Wiesn-Fazit befragt. Eins vorweg: Krank geworden ist keiner von ihnen – bei manch einem war’s aber ganz schön knapp!

Das sagt der Oktoberfest-Boss

Ihr lustigster Wiesn-Moment, Herr Schmid?
Auf jeden Fall das Platzkonzert am zweiten Sonntag. Da war das Wetter herrlich. Wenn die Kapellen dann am Fuße der Bavaria stehen, die Matthias-Pschorr-Straße ist voll mit Menschen und die Luftballons steigen auf - das ist schon immer ein herrlicher Moment.

Ihr greisligster Wiesn-Moment?
Das erste Wochenende. Da bin ich die Eingänge abgelaufen. Überall dieser Schnürlregen. Die Schaustellerstraße war komplett leer. Das war wirklich nicht schön.

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?
Ich bin froh, dass ich der Wiesn-Grippe heuer entkommen bin. Auch die Stimme ist mir mit ein paar Einschränkungen nie ganz weggebrochen. Am ersten Donnerstag hatte ich mal so ein kleines Tief, aber ich kenne da so ein paar Tricks, Halstabletten zum Beispiel, die auch Opernsänger gerne nehmen. Die sind ein wahrer Balsam für den Hals.

Wie rüsten Sie sich fürs Finale?
Mit guter Laune und ein paar Orthomol-Kapseln. Das klingt jetzt, als wäre ich ein wandelnder Medizinschrank, aber die braucht man da draußen, damit einen die Viren nicht erwischen.

Und was machen Sie ab Dienstag?
Da sitze ich wieder ganz normal an meinem Schreibtisch. Vermutlich wird mich der Wiesn-Blues schon ein bisschen kitzeln, weil ich das Oktoberfest sehr gerne mag. Aber am Montagabend eine letzte Maß – und am Dienstag beginnt dann die Fastenzeit.

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Das sagt der Oberbügermeister

Ihr lustigster Wiesn-Moment, Herr Reiter?
Auf jeden Fall meine Runden mit den Kolleginnen und Kollegen von der Polizei auf dem Teufelsrad. Ich freu’ mich schon aufs nächste Jahr!

Ihr greisligster Wiesn-Moment?
Bei kaltem Dauerregen über die Festwiese zu
gehen...

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?
Eingangskontrollen und nasskaltes Regenwetter haben den Anfang zwar getrübt, aber ab Mitte der ersten Woche hat das Oktoberfest dank herrlichem Spätsommerwetter volle Fahrt aufgenommen. Insgesamt war vielleicht weniger los, aber es muss ja nicht jedes Jahr das Fest der Rekorde sein. Weniger ist manchmal mehr...

Wie rüsten Sie sich fürs Finale?
Ich war zwei Wochen lang täglich auf dem Oktoberfest, wenn auch nicht von früh bist spät – damit hat man ein gutes Training für den Endspurt absolviert.

Und was machen Sie ab Dienstag?
Dann werde ich auf jeden Fall wieder öfters in meinem Büro anzutreffen sein und die Termine nachholen, die auf die Nach-Wiesnzeit geschoben werden mussten.

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Das sagt der KVR-Chef

Ihr lustigster Wiesn-Moment, Herr Böhle?
Über das Video, in dem Touristen ihr Hendl mit dem Zitronentuch abreiben, habe ich laut gelacht. Das Dirigieren war auch lustig – und eine ganz neue Erfahrung. 300 Musiker unter der Bavaria und die vielen bunten Luftballons, die zur Bayernhymne in den blauen Himmel steigen. Wunderschön.

Ihr greisligster Moment?
Am ersten Tag, nach dem Anzapfen. Da bin ich raus auf den Balkon vom Festzelt. Ich stand im Regen und alle Besucher auf der Wirtsbudenstraße haben geschaut, dass sie so schnell wie möglich ins Warme und Trockene kommen. Miese Stimmung. Zum Glück hat das Wetter die Kurve gekriegt.

Ihre persönliche Bilanz?
Gut. Privat war ich ein paar Mal auf der Wiesn, das war immer sehr entspannt und angenehm. Ich bin froh, dass das neue Sicherheitskonzept mit dem Verbot von Rucksäcken und großen Taschen funktioniert. Wir hatten ja am ersten Wochenende ein bisschen Anlaufschwierigkeiten – aber das hat sich im Lauf der Wiesn, auch dank Unterstützung der Polizei, gut eingespielt.

Wie rüsten Sie sich fürs Finale?
Ich versuche, dass der Wiesn-Schnupfen mich nicht erwischt. Die Kolleginnen und Kollegen im KVR-Wiesn-Büro sind für den Endspurt bestens gerüstet. Unsere Lebensmittelkontrolleure, die Feuerwehr, das Veranstaltungsbüro und das Fundbüro sind bis zur letzten Sekunde gefordert und bereit.

Und was machen Sie ab Dienstag?
Eine Bierpause. Die Wiesn-Klamotten dürfen wieder in den Schrank. Ansonsten geht es im KVR ungebremst weiter, hier gibt es immer was zu tun.

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Das sagt die Wirtin

Ihr lustigster Wiesn-Moment, Frau Schneider?
Wir lachen eh so viel, mir fällt grad kein Highlight ein. Aber definitiv der schönste Moment war, als unsere neue Kapelle den ersten, tosenden Applaus gekriegt hat. Da wussten wir alle – das wird a guade Wiesn!

Ihr greisligster Wiesn-Moment?
Am ersten Wiesnwochenende hatten wir kurz mal Angst, wir wären undicht – es hat vom Dach ins Zelt getropft. Aber das war nur an einem Abend und nichts Dramatisches

Ihre persönliche Bilanz?
Es war eine schöne, friedliche Wiesn mit tollen Gästen und einem unschlagbar guten Team.

Wie rüsten Sie sich fürs Finale?
Da muss ich mich nicht extra rüsten – wir sind auf Betriebstemperatur und freuen uns auf die letzten Tage!

Was machen Sie ab Dienstag?
Da räumen wir noch aus. Dann werde ich wieder viel Zeit mit der Familie verbringen.

 

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