Reise Das ganze Jahr lang Weihnachten

Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf in Rothenburg Foto: srt

Rothenburg - Gerade hat man sich an die Weihnachtszeit gewöhnt, da ist sie schon wieder vorbei. Wie schade. Wer gern weiterfeiern möchte, für den haben wir ein paar passende Plätze in Deutschland gefunden. An diesen Orten ist jeden Tag Heiligabend.

Rund ums Jahr ist Weihnachtsmarkt bei Käthe Wohlfahrt in Rothenburg. Ein IBM-Manager hatte die Geschäftsidee seines Lebens und baute für amerikanische und japanische Touristen "Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf" mit Christbaumschmuck und anderem weihnachtlichen Zierrat auf. Auf 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche mit künstlichem Sternenhimmel darüber gibt es auch im Hochsommer Baumschmuck und Spieldosen, Pyramiden und Krippen. Im Weihnachtsmuseum in der ersten Etage erfährt man unter anderem, dass vor hundert Jahren Wurst und Käse am Baum hingen. Inzwischen gibt es fünf Rothenburger Wohlfahrt-Läden und sieben weitere bundesweit, in Oberammergau, Garmisch, Nürnberg, Heidelberg, Rüdesheim und Bamberg. An sommerlichen Stauwochenenden und zur Adventszeit muss man Eintritt zahlen, um überhaupt durch die Tür zu gehen. Weihnachtsmarkt, Herrngasse 1, Rothenburg o. d. Tauber, Tel. 09861/4090, Internet: www.weihnachtsdorf.de, Mo-Sa 9-18.30 Uhr, So 10-18 Uhr.

Spielzeugdorf Seiffen

Haushoch dreht sich die große Weihnachtspyramide neben der Kirche, aus rund 50 Läden heraus duften Räuchermännchen und blicken Nussknacker: Das Dorf Seiffen ist das Zentrum der erzgebirgischen Weihnachtsschnitzereien. Für zwei Euro Eintritt kann man den Handwerkern in der Schauwerkstatt in der Bahnhofstraße zuschauen. Wer nicht Laden für Laden abklappern möchte, der findet ein besonders umfangreiches Angebot in der "Spielzeugschacht'l", der Verkaufsstelle der Genossenschaft Dregeno, in der Produkte aus fast 200 Werkstätten angeboten werden. Von Januar bis Oktober haben die Seiffener Spielzeugmacher auch mehr Zeit als in der hektischen Vorweihnacht, wenn das Dorf von Busgruppen überrannt wird. Seit zehn Jahren bietet der Verband der erzgebirgischen Kunsthandwerker und Spielzeughersteller sogar einwöchige Ferienkurse in der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule an, Kostenpunkt: 150 bis 200 Euro. Da kann man dann mit dem selbstgeschnitzten Erzgebirgsengel wieder nach Hause fahren. Touristinformation, Hauptstr. 95, 09548 Seiffen, Tel. 037362/8438, Internet: www.seiffen.de. Spielzeugschacht'l Mo-So 10-18 Uhr

Glashütten in Lauscha

Der Legende nach konnte sich ein armer Glasbläser zu Weihnachten 1847 keine Äpfel am Baum leisten und erfand deshalb die Christbaumkugel. Davon lebt das thüringische Städtchen Lauscha bis heute nicht schlecht. Das ganze Jahr über kann man in der Farbglashütte, der Studioglashütte oder der Glashütte Krebs im Ortsteil Ernstthal zuschauen, wie Engel, Sterne und andere glühende Kostbarkeiten entstehen. Danach lohnt ein Blick ins örtliche Museum für Glaskunst, wo eine originalgetreu nachgestaltete alte Christbaumschmuckwerkstatt den Besucher das frühere Leben der Glasbläser nachempfinden lässt (Dienstag – Sonntag 10-17 Uhr). Wer länger Zeit hat, kann bei der Glashütte Krebs einen dreistündigen Weihnachtsbaumschmückkurs belegen und bekommt anschließend ein Zertifikat. Und mit ein bisschen Glück trifft er beim Kurs oder beim Bummel durch den Ort sogar die Glasprinzessin. Tourist-Information, Hüttenplatz 6, 98724 Lauscha, Tel. 036702/22944, Internet: www.lauscha.de

Ständiger Weihnachtsmarkt in Zella-Mehlis

Thüringer Glaskunst und erzgebirgische Holzschnitzereien: Beides kann der eilige Weihnachts-Connoisseur im Thüringerwald-Städtchen Zella-Mehlis quasi im Vorüberfahren erstehen. Möglich macht es Joachim Thorwirths ständiger Thüringer Weihnachtsmarkt, der verkehrsgünstig nur wenige hundert Meter von der Autobahnausfahrt entfernt platziert ist. Natürlich erklingt auch hier mitten im Sommer das Stille-Nacht-Lied, die lebende Werkstatt und die Schauglashütte hat er allerdings vor einigen Jahren eingestellt – das Geschäft läuft auch so. Am Ende landet der Besucher ohnehin in der angeschlossenen Gaststätte zur Glashütte. Ständiger Weihnachtsmarkt, Bahnhofstr. 54, Zella-Mehlis, Tel. 03682/46110. Geöffnet Mo–So 10–18 Uhr.

Weihnachtswelt im Bismarck-Schloss

Glaskugeln glitzern um die Wette mit Tannenbaumschmuck, Kerzen duften, Schwibbögen leuchten: Im Keller des Bismarck-Schlosses in Döbbelin bei Stendal erwartet den Besucher eine funkelnde Weihnachtswelt. Unabhängig von der Jahreszeit wird in den Kreuzgewölben aus dem 13. Jahrhundert die frohe Festbotschaft verbreitet – und mit den Glöckchen klingeln die Kassen um die Wette. Denn "Bismarcks Weihnachtswelt" ist ein Anziehungspunkt für Besucher von Nah und Fern. An die 10000 verschiedene Weihnachtsartikel lassen keinen Wunsch unerfüllt. Anschließend kann man durch den gepflegten Schlosspark zum Dammwildgehege schlendern, die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kapelle mit der Familiengruft besuchen oder im Café neben der Weihnachtswelt Kaffee und hausgebackenen Kuchen genießen – und vielleicht begegnet man dabei dem Hausherrn, Alexander von Bismarck, der seit einigen Jahren die Familientradition auf Schloss Döbbelin fortführt. Die Weihnachtswelt ist täglich von 13-18 Uhr geöffnet. Führungen durchs Schloss werden für Gruppen ab zehn Personen angeboten.

Dorotheenhütte Wolfach im Schwarzwald

Ein Weihnachtsdorf, das das ganze Jahr über geöffnet hat, muss es natürlich auch im Schwarzwald geben. Und tatsächlich - die Dorotheenhütte in Wolfach macht es möglich. 35 Lebkuchenhäuschen und Marktstände warten im Weihnachtsdorf auf die Familien. Fast echter Schnee liegt auch im Hochsommer auf den Dächern, durchs Dorf wandert der Weihnachtsmann, Figurentheater, ein Kinderspielhaus und eine neue Glasmärchenwelt begeistern die Kinder. Alles wird auch noch unter einem funkelnden Sternenhimmel präsentiert, so dass mit ein bisschen Phantasie das ganze Jahr über doch tatsächlich weihnachtliche Stimmung aufkommen kann. Neben dem Weihnachtsdorf kann man in der Mundblashütte erleben, wie Weihnachtsschmuck entsteht. Natürlich gibt es zu dieser letzten Glasmanufaktur im Schwarzwald auch ein Glasmuseum und einen Gläserland genannten Werksverkauf für Trinkgläser – ein Mitbringsel, von dem man noch lange etwas hat. Dorotheenhütte Wolfach, Glashüttenweg 4, 77709 Wolfach, Tel. 07834/8398-0, Internet: www.dorotheenhuette.de

Hans-Werner Rodrian

 

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