Reaktionen zur Wahl Gauland: "Wir holen uns unser Land zurück"

, aktualisiert am 24.09.2017 - 19:43 Uhr
Alexander Gauland am Wahlabend in Berlin. Foto: imago/Emmanuele Contini

Die AfD feiert den Einzug in den Bundestag, die SPD beklagt eine bittere Stunde für die Sozialdemokratie, die Union will "nichts schönreden". Wie die Parteien auf das Hammer-Ergebnis der Bundestagswahl reagieren.

 

Berlin, München - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ungeachtet der schweren Verluste bei der Bundestagswahl die Regierungsbildung für die Union beansprucht und entsprechende Gespräche angekündigt. Die AfD hat bereits angekündigt, die künftige Regierung im Bundestag zu jagen. Die SPD sieht sich als "Bollwerk der Demokratie.

Die Reaktionen auf die Bundestagswahl im Überblick

Angela Merkel (Bundeskanzlerin): "Wir haben einen Auftrag, Verantwortung zu übernehmen. Und das werden wir mit aller Kraft und auch in aller Ruhe in Gesprächen mit anderen Partnern dann ins Visier nehmen." Den Einzug der AfD ins Parlament bezeichnete Merkel als große neue Aufgabe. Die Union werde das Ergebnis der AfD ausführlich analysieren. Denn die Union wolle die Wähler der AfD zurückgewinnen "durch Lösung von Problemen, durch Aufnehmen ihrer Sorgen, auch ihrer Ängste zum Teil, aber eben vor allen Dingen durch gute Politik", sagte Merkel unter großem Beifall ihrer Anhänger. Sie habe sich ein besseres Ergebnis erhofft, aber die Union habe ihre strategischen Ziele erreicht, sagte Merkel: Die CDU/CSU sei stärkste Kraft geworden, die Union habe den Auftrag zur Regierungsbildung und gegen die Union könne keine Regierung gebildet werden. Nun müssten die Weichen dafür gestellt werden, dass es Deutschland auch in fünf und zehn Jahren noch gut gehe. Es gehe darum, für wirtschaftlichen Wohlstand zu sorgen, die EU zusammenzuhalten, ein starkes Europa zu bauen, sowie illegale Migration und Fluchtursachen zu bekämpfen.

Martin Schulz (SPD-Spitzenkandidat): "Heute ist ein schwerer und ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie. Die SPD hat ihr Wahlziel verfehlt. Das (Abschneiden der AfD) ist eine Zäsur, und kein Demokrat kann darüber einfach hinweggehen. Wir sind das Bollwerk der Demokratie in diesem Land."

Christian Lindner (FDP-Chef): "Die vergangene Wahlperiode war die erste in der Geschichte der Republik, in der es keine liberale Stimme im Bundestag gab - es soll zugleich die letzte gewesen sein. Ab jetzt gibt es wieder eine Fraktion der Freiheit im Deutschen Bundestag, denn die Menschen haben uns ein Comeback ermöglicht."

Alexander Gauland (AfD-Spitzenkandidat): "Sie (die künfige Bundesregierung, Anm.) kann sich warm anziehen. Wir werden sie jagen. Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen."

Björn Höcke (Thüringer AfD-Landesvorsitzender):  "Das ist ein überragendes Ergebnis. Ich bin überglücklich. Wir werden mehr Meinungspluralismus erleben im Bundestag, wir werden eine lebendige Demokratie erleben durch die AfD."

Horst Seehofer (CSU-Vorsitzender): "Es gibt nichts schönzureden. Das Wahlergebnis der Bundestagswahl 2017 ist für uns eine herbe Enttäuschung, sowohl das gemeinsame Ergebnis von CDU und CSU als auch das Ergebnis der CSU in Bayern."

Sahra Wagenknecht (Spitzenkandidatin Linke): "Man hätte sich im Wahlkampf mehr der Flüchtlingsthematik widmen müssen. Man hat dort auch vielleicht bestimmte Probleme ausgeklammert, in der Sorge, dass man damit Ressentiments schürt. Aber am Ende hat man dann der AfD überlassen, bestimmte Dinge anzusprechen, von denen die Menschen einfach erleben, dass sie so sind."

 

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