Razzien und Festnahmen Schlag der Bundespolizei gegen Schleuser

Drei Männer wurden in Sachsen festgenommen - das Trio soll Teil eines Schleusernetzwerkes sein und im großen Stil Flüchtlinge mit Lastwagen über die Balkanroute nach Deutschland gebracht haben.

Berlin/Bad Muskau - Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen ist die Bundespolizei mit Razzien in mehreren Bundesländern gegen internationale Schleuser vorgegangen. Drei Männer wurden festgenommen, wie die Bundespolizei im sächsischen Pirna mitteilte.

Das Trio soll Teil eines Schleusernetzwerkes sein und im großen Stil Flüchtlinge mit Lastwagen über die Balkanroute nach Deutschland gebracht haben.

Zwei Männer wurden nach Polizeiangaben in Berlin, einer im sächsischen Bad Muskau gefasst. Bei dem Großeinsatz waren sieben Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen durchsucht worden. Beweismittel wurden sichergestellt. Insgesamt waren rund 200 Beamte, darunter auch Spezialkräfte der Bundespolizei, im Einsatz.

Einem polnisch-syrischen Schleusernetzwerk auf der Schliche

Ausgangslage des Einsatzes sei die Ermittlung eines polnisch-syrischen Schleusernetzwerkes am 17. Januar gewesen, sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion Pirna, Jörg Baumbach. "Heute gelang uns nur zwei Wochen später der zweite Schlag gegen die Schleusungskriminalität." Die Ermittlungen in diesem Verfahren zeigten einmal mehr, dass es den Schleusern nur um Profit gehe. Die Ermittler erhoffen sich nun von unter anderem neue Erkenntnisse über die Organisationsstrukturen der Schleuser.

Die Beschuldigten sind nach Angaben der Bundespolizei türkischer, polnischer und bulgarischer Nationalität. Den 37 bis 53 Jahre alten Männern wird vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Tatverdächtigen im Sommer und Herbst vorigen Jahres mindestens 160 Menschen meist per Lastwagen nach Deutschland eingeschleust zu haben. Dabei seien die Migranten auf Ladeflächen und teilweise hinter Waren und Paletten versteckt worden.

Die Schleuser brachten die Migranten den Ermittlungen zufolge über die Balkanroute und dann über Polen und Tschechien nach Mitteldeutschland. Laut Bundespolizei wurden dafür pro Person in der Regel 8000 Euro verlangt. Im Falle einer Verurteilung drohen den Beschuldigten pro Tat Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

Erst vor zwei Wochen war der Bundespolizei ein Schlag gegen mutmaßliche Schleuser gelungen. Bei bundesweiten Razzien waren Wohnungen durchsucht und zwei Verdächtige festgenommen worden.

 

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