Rauchschwaden am Flaucher An der Isar: Münchner sollen mit Gas grillen!

Wütend auf die Griller: Anton Hörmann (76) und Roswitha Hörmann (74) am Freitag am Flaucher. Foto: Daniel von Loeper

Flaucher-Anwohner leiden unter den Rauchschwaden. Jetzt gibt es eine Kampagne gegen die Kohle-Grills.

 

München - Auch bei 35 Grad Sommerhitze können die Hörmanns nicht das Fenster aufmachen, sonst ziehen die Rauchschwaden ins Wohnzimmer. Vom Rauch der Kohlegrills am Flaucher hat Roswitha Hörmann (74) mittlerweile Asthma bekommen, sie ist nur eine der vielen Bewohner der Wohnungen entlang der Schäftlarnstraße, die über den Qualm im Sommer klagen.

"Steigt man bei der Brudermühlstraße aus, kommt einem die Wolke schon entgegen", klagt ihr Mann, Anton Hörmann (76), denn wenn bei bestem Grill-Wetter Massenandrang am Kiesufer herrscht, ist die Luft im Viertel verpestet.

SPD fordert Umstieg auf Gasgrills an der Isar

Um Abhilfe zu schaffen, fordert die SPD jetzt: statt mit Kohle sollen die Münchner lieber mit Gas grillen. Dadurch entstehe nicht nur kein Rauch, es sei auch sauberer, umweltschonender und auch nicht teurer als Kohlegrills.

Um das zu beweisen, hat der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn am Freitag den Grill-Experten Hartmut Keitel vom Isar-Schutzverband "Deine Isar" eingeladen. Der lässt beide Grills nebeneinander antreten.

Der Gasgrill ist sofort einsatzbereit und die Würstchen sind nach zehn Minuten durch, während die Kohle noch vorheizt. Beim Selbstversuch kann die Wurst überzeugen, die übrigens im Zweifel auch gesünder ist. Denn wenn das Fett auf die Kohle tropft und verbrennt, entstehen krebserregende Nitrosamine, beim Gasgrill landet das Fett hingegen in einer Wasserschale.

Gasflaschen in der Sonne: Keine Gefahr

Vor Gasflaschen, die von der Sonneneinstrahlung explodieren, brauche man sich übrigens auch nicht zu fürchten: "Dafür müsste man sie schon ins Feuer werfen", klärt Keitel auf.

Die SPD möchte jetzt die Münchner zum Gasgrillen bewegen, zunächst mit einer Kampagne. Ob das hilft zweifelt Anton Hörmann jedoch an. Die teuren Kampagnen hätten schon beim Müll nichts gebracht, er wäre für ein Verbot, damit seine Frau und er bei sich wieder das Fenster aufmachen können.

 

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