Rathaus Nürnberg: Spielplatz-Streit um diese Brachfläche

Für einen Aktivspielplatz fehlt das Geld. Brigitte Wellhöfer fordert eine Zwischennutzung der Brachfläche als Bolzplatz. Foto: Berny Meyer

Grüne kämpfen für das Projekt – und stellten jetzt einen Antrag auf eine Zwischennutzung.

 

NÜRNBERG Seit zehn Jahren kämpft eine Elterninitiative um einen pädagogisch betreuten Aktivspielplatz am Zeisigweg, einer Sackstraße im Stadtvierteldreieck Schniegling, Thon, Wetzendorf. Bald ist die erste Kindergeneration aus dem Alter raus – doch noch immer hat sich hier nichts getan...

„Und das, obwohl in der vom Jugendamt durchgeführten Bedarfsplanung ,Spielen in der Stadt’ der Zeisigweg seit 1990 mit dem zweithöchsten Defizit ganz oben auf der Prioritätenliste steht“, ärgert sich Brigitte Wellhöfer, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat. Denn die Ecke ist ein Gebiet mit wachsender Bevölkerung: 2008 lebten 2217 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren in diesem Bereich. Davon allein 1543 in St. Johannis und Neu-Wetzendorf als direktem Einzugsgebiet.

Das Areal wäre ideal - aber es fehlt das Geld

Das Areal, das direkt an das Vereinsheim der Johannis 07-Ringer grenzt, wäre ideal. Denn es gäbe kaum Anwohner, die sich am Lärm von Hämmern und Gesang am Lagerfeuer stören könnten. Genug Platz wäre für viele Bau- und Spielmöglichkeiten auf dem – 4000 Quadratmeter großen – Areal am Rande eines Neubaugebiets allemal.

Momentan ist zwar noch eine Teilfläche an Kleintierzüchter vermietet. „Doch eine Kündigung wäre jederzeit unter Einhaltung einer dreimonatigen Frist möglich“, erklärt Brigitte Wellhöfer. Aber was nutzen alle Planungen, wenn schlichtweg die finanziellen Mittel fehlen. „An eine Realisierung ist im Moment nicht zu denken.“

Als Vorbild könnte das "Mammut-Gelände" dienen

Deshalb beantragten die Grünen jetzt eine Prüfung im städtischen Jugendhilfeausschuss, ob eine Zwischennutzung als Spiel- und/oder Bolzplatz möglich ist. „Als Vorbild könnte das Mammut-Gelände im Stadtteil Rehweg dienen“, erklärt Brigitte Wellhöfer den Plan. Immerhin dort soll jetzt – nach fast 19 Jahren Planung und immer wiederkehrenden Verschiebungen – endlich am 12. April mit dem Bau begonnen werden. Die Grünen-Politikerin freut sich schon auf diesen Tag: „Ich werde die Bagger mit Champagner begrüßen!“Andrea Uhrig

 

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