Rathaus Das Bundestags-Greenhorn staunt über die Polit-Profis

Sitzt in drei Parlamentsausschüssen: Michael Frieser. Foto: bayernpress.com

Der ehemalige Nürnberger CSU-Stadtrat Michael Frieser pendelt seit Oktober zwischen Franken und Berlin. Die Kanzlerin war neugierig auf den Neuling...

 

NÜRNBERG Im Nürnberger Rathaus saß er immer in der ersten Reihe, jetzt ist er nur noch einer unter vielen: Der ehemalige CSU-Fraktionschef Michael Frieser.

Seit Oktober neu im Deutschen Bundestag, hat er sich in den mittleren Bänken der Unions-Fraktion recht zügig eingelebt. Obwohl der 45-jährige Abgeordnete des Wahlkreises Nürnberg-Süd und Schwabach offen zugibt, die Hektik der Berliner Politik unterschätzt zu haben: „Die Taktzahl ist schon enorm hoch. Mein Tag beginnt meistens um halb sieben und endet selten vor Mitternacht.“

Doch seine persönliche Bilanz der ersten 100 Tage weist auch Erfreulicheres auf. Kennen gelernt hat das bundespolitische Greenhorn inzwischen schon fast alle Spitzenpolitiker – und staunt über deren Gelassenheit und Professionalität. Vor allem, wenn es um die Kanzlerin geht, die „selbst nach einem langen Tag noch freundlich und aufgeweckt ist und von fast jedem Abgeordneten weiß, wie er heißt und woher er kommt“.

Wichtige Rolle Nürnbergs in Menschenrechtsfragen

Der Ex-Stadtrat, der vor seiner Wahl in den Bundestag binnen fünf Jahren 20 Kilo abgespeckt hatte, ist froh, dass seine Anzüge noch sitzen. Der fast schon obligatorischen Gewichtszunahme neuer Abgeordneter entgeht der gelernte Jurist durch tägliches Treppensteigen in den 3. Stock seines Berliner Büros am Platz der Republik.

Nach Nürnberg kommt er dennoch oft genug, um sich in die Lokalpolitik einzumischen. So etwa beim Thema Nordspange, wo er, ähnlich wie Umweltminister Markus Söder (CSU), ob der Denkpause im Rathaus schon das „Sterbeglöckchen“ für die Nordanbindung des Flughafens an die Autobahn läuten hört.

Auf seine Arbeit im Plenum angesprochen, verkündet Frieser, dass er sehr stolz sei, neben dem Rechts- und Innenausschuss auch dem für Menschenrechte und humanitäre Hilfe anzugehören. Frieser: „Das beweist, wie wichtig die Rolle meiner Heimatstadt als Stadt des Friedens und der Menschenrechte auch auf Bundesebene gesehen wird.“ CS

 

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