Rathaus Betrunken am Steuer: Stadtrat muss vor Gericht

Steht nächste Woche wegen Fahrens unter Alkoholeinwirkung vor dem Amtsgericht: Stadtrat Sebastian Schmaus. Foto: bayernpress.com

Nach dem Foto- Skandal: Sebastian Schmaus (25) von der NPD-Tarnliste wurde bei Promille- Fahrt erwischt - nicht zum ersten Mal...

NÜRNBERG Stadtrat Sebastian Schmaus (25), politischer Tiefflieger der NPD-Tarnliste „Bürgerinitiative Ausländerstopp“, wird zum Dauerkunden bei der Justiz! In der kommenden Woche steht er vor Gericht, weil er am hellichten Tag von der Polizei betrunken am Steuer seines Fahrzeugs erwischt wurde. Es ist nicht sein erster alkoholbedingter „Ausrutscher“ im Straßenverkehr.

31. August 2008, 13 Uhr: Der rechte Kommunalpolitiker, der mit einem VW-Kleinlaster unterwegs ist, muss bei einer Verkehrskontrolle in der Bayreuther Straße ins Röhrchen pusten. 1,16 Promille zeigt das Messgerät an – und macht den Stadtrat zum Fußgänger. Der Führerschein wird ihm sofort abgenommen.

Der Rechtsradikale ist ein hartnäckiger Wiederholungstäter

Mit einem Bußgeld und einem befristeten Fahrverbot ist es nach dieser Alkohol-Fahrt diesmal allerdings nicht getan. Denn Sebastian Schmaus ist nach AZ-Informationen nämlich ein hartnäckiger Wiederholungstäter. Deshalb leitete die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren (Aktenzeichen 54 DS 706 Js 74185/08) wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr gegen den Nachwuchs-Politiker ein.

2002, damals war er 19 Jahre alt und erst seit wenigen Monaten im Besitz eines Führerscheins, wurde er das erste Mal betrunken am Steuer erwischt. 2004 dann der nächste Vorfall, mit dem er sich neben einem einjährigen Fahrverbot auch noch eine dreimonatige Haftstrafe auf Bewährung einhandelte. Beim Prozess am kommenden Dienstag vor dem Amtsgericht dürfte die Strafe für ihn noch um einiges höher ausfallen. Sicher ist: Seinen Führerschein wird er danach noch einmal neu machen müssen.

Gegenüber der AZ wollte sich Schmaus gestern nicht äußern. „Ich habe gerade wenig Zeit“, ließ er lapidar wissen.

Erst Anfang der Woche war bekannt geworden, dass die Staatsantwaltschaft einen empfindlichen Strafbefehl (vier Monatsgehälter) gegen ihn erlassen hat. Nach Überzeugung der Ermittlungsbehörde war er es, der bei einer Nazi-Gegendemonstration deren Teilnehmer fotografierte und die Bilder auf eine rechte Hetz-Plattform ins Internet stellen ließ. Helmut Reister

 

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