Ratgeber Strom Stromanbieter wechseln: So geht's unkompliziert

Strompreise steigen weiter an. Foto: snvv – 117501793/Shutterstock.com

Die Strompreise werden insbesondere bei den Grundversorgern im nächsten Jahr weiter ansteigen. Die AZ erklärt, wie der Anbieterwechseln gelingt.

 

Ein Stromanbieterwechsel wirkt auf dem ersten Blick kompliziert und angesichts der großen Auswahl von Stromanbietern auf dem Markt sehr mühselig. Dabei gibt es Hilfsmittel, die den Prozess viel einfacher gestalten können.

Die Strompreise steigen im folgenden Jahr weiter an. Die Energiewende kommt und die EEG-Umlage wird auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde anwachsen. Diese müssen zunächst nur die Energieversorger bezahlen. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Kosten an die Kunden weitergegeben werden. Jeder Haushalt benötigt Strom und dafür sorgt in den meisten Fällen ein externer Energieversorger. Wie können sich die Kunden also vor den steigenden Kosten schützen?

Wie sinnvoll ist der Wechsel des Stromanbieters in den Zeiten der Energiewende?

Pauschal kann man die Frage, ob sich ein Wechsel des Anbieters lohnt, nicht beantworten. Letztendlich wird die steigende EEG-Umlage Auswirkungen auf alle Stromlieferanten haben. Ein entsprechender Preisanstieg kann sich schon im Januar des neuen Jahres abzeichnen oder sich erst in den Folgemonaten entwickeln. Das macht die Suche nach einer günstigen Alternative zwar schwerer, aber es lohnt sich immer, den Markt im Auge zu behalten. Ein akkurater Stromanbieter-Vergleich kann dabei helfen.

Viele Deutsche nutzen nur die Grundversorgung

Ein Drittel der Deutschen haben noch die den Stromanbieter gewechselt und befinden sich demnach weiterhin in der sogenannten Grundversorgung. Die Grundversorgung stellt sicher, dass jeder Haushalt Zugang zu Gas und Strom erhält, egal, wo sich dieser Haushalt befindet. Dabei handelt sich aber meist um den teuersten Tarif. Es kann also nicht schaden, sich nach einer günstigen Alternative umzuschauen.

Wie wechselt man den Stromanbieter?

Ein Stromanbieterwechsel kann beim Sparen helfen. Bildquelle: Ruder Zwerver - 118904272 / Shutterstock.com

Wer den Stromanbieter wechseln möchte, muss eine Reihe von Regelungen und Fristen befolgen:

  • Seit dem 1. April 2012 muss eine zweiwöchige Kündigungsfrist zum Monatsende eingehalten werden.
  • Handelt es sich um einen Sondervertrag mit einem alternativen Stromanbieter oder einen Sondertarif beim Grundversorger, muss die Kündigungsfrist in dem spezifischen Vertrag eingehalten werden.
  • Die Kündigung erfolgt schriftlich.
  • Der Grundversorger muss die Kündigung innerhalb von zwei Wochen mit einer schriftlichen Antwort bestätigen.

Viele Energieversorger bieten sogar an, die Kündigung eines Stromanbieters selbst durchzuführen, damit der neue Kunde sich nicht darum kümmern muss. Dafür benötigen diese allerdings eine Vollmacht.

Tarifwecker als Hilfestellung

Insbesondere auf einem liberalen Strommarkt mit vielen unterschiedlichen Anbietern ist es schwer, den Überblick zu behalten und darüber hinaus alle Kündigungsfristen und - Regelungen einzuhalten. Abhilfe soll der Tarifwecker des Verbraucherportals stromvergleich.de verschaffen.

Wie der Tarifwecker funktioniert

Je nachdem wie der Tarifwecker eingestellt wird, kann der Kunde den Stromwechsel selbst übernehmen oder automatisch durchführen lassen. Das Portal bietet dafür drei verschiedene und kostenfreie Optionen an:

Einstellungsstufe

Inhalt

Vorteil

1. Stufe

  • Hier können die aktuellen Vertragsdaten abgespeichert werden.
  • Der Tarifwecker sendet vor dem Ablauf der Kündigungsfrist Angebote per Mail zu.

Der Kunde kann selbstständig darüber entscheiden, ob und wann er den Stromanbieter wechseln möchte.

2. Stufe

Der Kunde bekommt nicht nur eine Erinnerung an seine Kündigungsfrist und aktuelle Angebote, sondern auch eine Vergleichsliste.

  • Auch hier bleibt der Wechsel dem Kunden überlassen.
  • Zusätzlich erhält man noch einen Vergleich mit anderen Angeboten.

3. Stufe

  • Der Wechsel des Stromanbieters erfolgt automatisch.
  • 2 Wochen vor jedem Wechsel wird beim Kunden noch einmal telefonisch oder per Mail nachgefragt, ob sich an den Präferenzen oder Daten etwas geändert hat.
  • Kündigung und Anmeldung bei Stromanbietern erfolgen automatisch.
  • Der Kunde muss sich um nichts mehr kümmern und erhält garantiert immer das günstigste Stromangebot.
  • Daten werden regelmäßig abgefragt, so dass auch ein eventueller Umzug in die Strompreiskalkulation mit einfließen kann.

Tabelle: Der Tarifwecker bietet viele Vorteile, wenn man darüber nachdenkt, den Stromanbieter zu wechseln. Nutzer müssen sich nicht selbst auf die mühevolle Suche nach einem neuen Stromanbieter begeben, sondern werden stets über neue Angebote informiert oder automatisch zum derzeit günstigsten Stromanbieter wechseln. Das spart nicht nur Geld für den Strom, sondern auch Zeit.

Vertragskündigung bei einem Umzug

Bei einem Umzug kann es schon hilfreich sein, im Vorfeld zu wissen, welcher Anbieter in Zukunft den Strom liefern soll. Sind diesbezüglich noch keine Pläne vorhanden, kommt man zunächst zum Grundversorger des neuen Wohnortes und es gilt die Standardkündigungsfrist.

Wer bereits einen Sondertarif bzw. -vertrag bei einem Stromanbieter besitzt, sollte einen Blick in das Kleingedruckte werfen. Dort befindet sich meistens eine sogenannte Umzugsklausel, die dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht bei einem Umzug einräumt.

Hierbei kommt es aber auch darauf an, ob die neue Wohnung innerhalb oder außerhalb des Netzgebietes des Anbieters liegt. Liegt das neue Haus oder die neue Wohnung innerhalb des Gebietes, kann der Vertrag bei manchen Anbietern erst zum Ende der Laufzeit gekündigt werden.

Vorsicht bei Kostenfallen und Ökostrom

Wie auf jedem anderen Markt kann man auch auf dem Strommarkt in versteckte Kostenfallen stolpern. Auch Ökostrom hält nicht immer das, was versprochen wird. Hier einige Tipps, worauf Kunden beim Wechsel des Stromanbieters achten sollten:

Angebot

Kostenfalle

Lange Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen

  • Ein 24-monatiger Vertrag ist in vielen Geschäftszweigen durchaus üblich, allerdings kann dies fatal sein, wenn man mit dem entsprechenden Anbieter schon zu Beginn Probleme bekommt.
  • Meist kann man sich nur mit anwaltlicher Hilfe von einem dieser Verträge befreien.

Vorauszahlungen

Sollte ein Energieanbieter aus welchem Grund auch immer in die Insolvenz gehen, ist die Vorkasse weg und man bekommt auch keine Stromlieferung von diesem Anbieter.

Strompakete

  • Eine festgesetzte Menge an Strom für einen vorher bestimmten Zeitraum wird an den Kunden geliefert.
  • Wird dieses Strompaket nicht verbraucht, erhält der Kunde in der Regel keine Form der Rückerstattung.
  • Sollte der Verbrauch aber über die festgesetzte Menge hinausgehen, kann dies zu erhöhten Kosten führen.

Ökostromtarife

  • Nicht immer wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen geliefert, selbst wenn es versprochen wird.
  • Manche Energielieferanten beziehen Strom auch aus Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken.
  • Manche Ökostrom-Zertifikate können gekauft werden, aber der konventionelle Strom wird dann nur in Ökostrom unbenannt - der Nutzen für die Umwelt ist gleich null.
  • Empfehlenswert ist dagegen Strom von Lieferanten, die auch in erneuerbare Energie investieren.
  • Außerdem sollte man darauf achten, dass der Strom aus möglichst neuen Energieanlagen stammt.

Tabelle: Bei langen Vertragslaufzeiten und Vorauszahlungen kann es immer wieder zu Problemen kommen und der Kunde bleibt schlimmstenfalls auf seinen Kosten sitzen. Ein Vertrag mit einem Strompaket sollte wirklich nur abgeschlossen werden, wenn man seinen Stromverbrauch genauestens kalkuliert hat. Auch Ökostrom muss immer mit Vorsicht betrachtet werden.

Fazit:

Das Wechseln des Stromanbieters sollte in den meisten Fällen nicht allzu kompliziert sein, es sei denn, der Kunde hat mit seinem bisherigen Anbieter einen Sondervertrag mit einem Sondertarif abgeschlossen, der spezielle Kündigungsfristen beinhaltet. Falls man allerdings nicht Zeit und Mühe in den Vergleich von Alternativen investieren möchte, bietet der Tarifwecker eine praktische Hilfestellung. Dennoch sollte der Kunde immer darauf achten, dass er auch bekommt, was er

 

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