Rasta-Versprechen Die Zukunftshoffnung des FC Bayern - Renato Sanches

"Er hat viel Qualität und Persönlichkeit": Renato Sanches wirkt mit seinen 19 Jahren unglaublich cool. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Renato Sanches ist die große Zukunftshoffnung des FC Bayern. Sein Vorbild? Ronaldinho. Sein Talent? Atemberaubend. "Er hat Eigenschaften, die dem Fußball fehlen“, sagt sein Ex-Trainer.

München - Der Kontrast könnte nicht größer sein. Aber das macht die Geschichte ja spannend. Renato Junior Luz Sanches, im August 19 Jahre alt geworden, stammt aus Amadora, einer Vorstadt Lissabons. Seine erste Reise in Deutschland zu einem Bundesliga-Spiel führte ihn am Freitag in den Ruhrpott.

Flughafen Düsseldorf, Tageshotel in Essen, am Abend per Mannschaftsbus nach Gelsenkirchen. Sein Bundesliga-Debüt wird der neue Bayern-Star voraussichtlich ausgerechnet auf Schalke feiern. Neue, andere Welten.

In der portugiesischen Hauptstadt wuchs Renato Sanches im Problem-Viertel Musgueira auf. Dort leben viele afrikanische Einwandererfamilien. Seine Mutter Maria ist auf den Kapverden geboren, musste den kleinen Renato fern der Heimat alleine durchbringen, weil Vater Renato, aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie Sao Tomé und Príncipe stammend, die Mutter verließ, als der gemeinsame Sohn fünf Monate alt war und nach Frankreich auswanderte.

Renato Sanches der Straßenfußballer

Das Klischee vom Straßenfußballer – bei Renato Sanches stimmt es. In Musgueira, unweit des "Estadio Alvalade" von Sporting Lissabon, fing er als Fünfjähriger zu kicken an. "Ich habe auf der Straße angefangen, aber es war bei Benfica, wo ich alles gelernt habe“, erzählt er.

Sportings Stadtrivale Benfica holte ihn mit neun Jahren von Aguias da Musgueira in die eigene Jugendakademie. Schon damals trug er die auffälligen Dreadlocks, man nannte ihn den "Edgar Davids von Musgueira". Der kleine Renato, Spitzname "Bulo“, beeindruckte mit seiner Robustheit und Fitness, mit seiner Technik und seinem Spielverständnis. Sein Vorbild: Ronaldinho.

Der Aufstieg war rasant: Erst Einsatz in Benficas Profi-Team am 30. Oktober 2015, erstes Champions-League-Match im November letzten Jahres. Die Einladung zur Nationalelf folgte im März 2016. Wenige Monate später war er Europameister, wurde zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gewählt – und hatte zuvor bis 2021 beim FC Bayern unterschrieben. Alles nicht einmal ein Jahr her. Ein Coup der Bayern-Bosse.

Lesen Sie hier: Darf Sanches heute von Anfang an ran?

Europa jagte den Rasta-Teenie

Alle europäischen Spitzenklubs wollten den Rasta-Teenie, der als Motor im Mittelfeld unermüdlich arbeitet und alle Wege geht. Ob als Sechser oder Achter. Kein Schritt zu weit, kein Zweikampf zu viel. Ein atemberaubender Spieler, der Kollegen und Fans mit seinem Power-Fußball mitreißen kann. "Renato Sanches ist bei weitem einer der besten jungen Spieler in Europa“, schwärmte Bayerns Ex-Trainer Pep Guardiola, "er hat viel Qualität und Persönlichkeit, läuft viel auf dem Platz. Er hat eine große Zukunft vor sich.“

Rund 35 Millionen Ablöse investierte der FC Bayern in Sanches, durch Bonuszahlungen können es bis zu 80 Millionen werden – etwa wenn er Weltfußballer wird. Dann muss Bayern nochmal 20 Millionen überweisen. Aber dann sind sie ja vielleicht Champions-League-Sieger.

Wird er die Erwartungen erfüllen? Dem Druck standhalten? "Renato hat Eigenschaften, die den Fans gefallen, weil sie dem Fußball fehlen“, erklärt sagt Rui Vitoria, der mit ihm als Trainer von Benfica in der vergangenen Champions-League-Saison auf Bayern traf und im Viertelfinale scheiterte. Allerspätestens dann war er endgültig auf dem Säbener-Radar.

Lesen Sie auch: Hoeneß: "... finde ich auf Deutsch gesagt ganz beschissen"

Mitspieler lieben Sanches

Nach wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten schwärmen die Mitspieler von Sanches, der wegen einer Muskelverletzung aus dem EM-Finale gegen Frankreich erst pausieren und bis zum Schalke-Spiel nur trainieren konnte. "Renato ist physisch unglaublich stark. Er kann hier viel reißen“, meinte Kapitän Philipp Lahm.

Und Xabi Alonso, mit 34 ein Mittelfeld-Routinier sagte: "Unglaublich, dass er erst 19 ist. Für mich ist er schon ein fertiger Spieler.“ Sanches wird sein Nachfolger. Als erster Portugiese in Bayerns Geschichte. Bem-Vindo! Willkommen!

 

FC-Bayern-Newsletter

Jetzt kostenlos abonnieren
E-Mail:

München-Newsletter

Jetzt kostenlos abonnieren
E-Mail:

2 Kommentare