Radikalkur und Neueröffnung am Harras Von 70 Hypo-Filialen in München bleiben nur 40

In den umgebauten Filialen werden Experten künftig live zugeschaltet. Foto: Job

Die Hypovereinsbank schließt in München 30 Filialen, 11 sind bereits dicht. Die übrigen werden zu "Top-Standorten" umgebaut. Die erste - am Harras - ist nun wieder offen

München -
Mehr als doppelt so viele Geldautomaten und Kundenterminals, Beratung von Experten per Video-Zuschaltung sowie Schalter-Angestellte und „Service-Manager“ als Ansprechpartner aus Fleisch und Blut. Im Zuge des Radikalumbaus bei der Hypovereinsbank hat am Harras jetzt die erste in München modernisierte Filiale wiedereröffnet. So ähnlich werden künftig alle Filialen ausschauen. Wenigstens die, die noch übrig bleiben.

 

„Am Harras haben wir die erste Multikanalbank Deutschlands. Bankkunden wollen heute banken, wann und wo sie wollen. Bei uns können sie wie bei keiner anderen Bank entscheiden, über welchen Kanal sie Kontakt mit uns aufnehmen“, sagte Ulrich Mönius, Leiter Privatkunden Bank Regionalbereich München. „Wir wollen die moderne Form der persönlichen Beratung.“

Bis vor wenigen Monaten gab es in München noch 70 Filialen der Hypovereinsbank. Inzwischen haben elf bereits dichtgemacht, bis Ende des Jahres werden auch die Filialen in der Leopoldstraße bei der Münchner Rück, in der Implerstraße sowie in Planegg schließen. Und es werden noch mehr verschwinden. Mehrere Filialen innerhalb eines Umkreises von drei Kilometern wird es bald nicht mehr geben. Ende 2015 sollen in München nur noch 40 übrigbleiben. Auch im Umland, im Kreis München, Dachau, Fürstenfeldbruck, Ebersberg und Starnberg werden sieben von einst 28 Filialen geschlossen – in ganz Deutschland 240 von 580 Standorten. Für Bayern bedeutet das laut Verdi, dass 1200 Stellen gestrichen werden.

Parallel zu den Schließungen werden die verbleibenden Filialen modernisiert. Der Harras und die HVB in Vaterstetten sind die ersten, die nach rund sechwöchigem Umbau wieder eröffnet wurden.

Das ist am Harras neu:
* Der Selbstbedienungsbereich am Harras ist fast doppelt so groß wie vorher. Gab es zuvor drei Geldautomaten und zwei SB-Terminals, sind es jetzt elf Geräte. Alle haben eine Ablagefläche für Taschen sowie Sichtschutz-Trennwände für mehr Diskretion. Die Geräte sollen rund um die Uhr in Betrieb sein.
* In den Kernzeiten ist neben dem Schalterbereich ein „Service-Point“ besetzt. Die Mitarbeiter helfen weiter und vereinbaren Termine.
* Wenn Kunden auf ihren Beratungstermin warten, könnten sie auf einem roten Sofa Platz nehmen – und fernsehen.
* In den Beratungszimmern hängt ein Flachbildschirm an der Wand. Der persönliche Bankberater, der mit im Zimmer sitzt, kann hier per Videokonferenz externe Bankberater dazuschalten. Diese können irgendwo in Deutschland sitzen. Die Technik macht’s möglich, dass die Berater sehen, wer gerade Zeit hat. „Das ist eine enorme Zeitersparnis. Früher mussten erst neue Termine vereinbart werden“, sagt Filialleiter Christian Reitinger.

* Auch beim Online-Banking setzt die HVB auf feste Ansprechpartner. Das nennt sie „Online Filiale“. Die Kunden können sich persönlich beraten lassen – egal, ob im Internet, per Mail, telefonisch oder auch hier per Video-Zuschaltung von Angesicht zu Angesicht.

Nach eigenen Angaben hat die HVB trotz der Zusammenlegungen bisher nicht spürbar viele Kunden verloren. Die HVB ist die größte Privatbank in München. Im Regionalbereich München hat sie nach eigenen Angaben rund 460 000 Kunden. Anfang des Jahres - vor der Umstrukturierung - beschäftigte sie in und um München 1050 Mitarbeiter.

 

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