Querschnittslähmung nach Horror-Sturz Ein kleines Wunder: Skispringer Müller kann wieder gehen!

Sechs Monate nach dem Horror-Sturz macht der teilweise querschnittsgelähmte Skispringer Lukas Müller seine ersten Schritte. Foto: dpa/Facebook

Sein unbändiger Wille scheint Skispringer Lukas Müller im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine zu helfen: Nachdem er im Januar bei der Skiflug-WM am Kulm schwer gestürzt war, gilt er als teilweise querschnittsgelähmt. Jetzt zeigt er stolz seine ersten Schritte in der Reha.

 

Bad Häring – Der 24-jährige Österreicher hatte in der Luft die Balance verloren und war bei etwa 120 Metern auf den Hang geknallt. Auslöser des Sturzes war offenbar ein Materialfehler am Schuh. Auch der Weg ins Krankenhaus verlief tragisch: Zunächst wurde der frühere Junioren-Weltmeister mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert. Wegen der schlechten Sicht musste dieser jedoch nach wenigen Kilometern wieder landen und Müller in einen Rettungswagen umgeladen werden.

Im Grazer Klinikum folgte die Schock-Diagnose: Teilweise Querschnittslähmung in Folge von Brüchen des sechsten und siebten Halswirbels. "Er kann die Beine derzeit nicht bewegen", teilte Franz-Josef Seibert, Unfallchirurgie-Vorstand am Universitätsklinikum Graz, einige Tage später mit. Ob Müller irgendwann wieder gehen könne, sei völlig unklar.

Lukas Müller selbst gab aber die Hoffnung nie auf. Zwei Wochen nach dem Sturz verkündete er kämpferisch: "Ich bin voll motiviert, das Beste aus meiner schwierigen Situation zu machen. Obwohl ich meine Beine nicht bewegen kann, spüren kann ich sie. Das, und der unglaublich große Zuspruch von allen Seiten, gibt mir sehr viel Zuversicht."

36 Sekunden Gänsehaut

Jetzt, fast auf den Tag genau ein halbes Jahr nach dem Sturz vom 13. Januar, scheint Müller seinem großen Ziel ganz nahe zu sein. Auf Facebook veröffentlichte er ein Video mit einem Zwischenfazit kurz vor Ende der Reha. Es sind lediglich 36 Sekunden, doch die sorgen für Gänsehaut: Lukas Müller steht aus seinem Rollstuhl auf, hält sich mit der einen Hand an einem Geländer fest, stützt sich mit der anderen auf eine Krücke – und läuft!

Die Schritte sind ein kleines Wunder und erfordern sichtbar viel Anstrengung. Aber für Lukas Müller sind sie auch die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, auf ein kleines bisschen Freiheit nach dem Horror-Sturz. Die Krücke, die ihm zu dieser neuen Freiheit verhilft, nennt er liebevoll sein "neues Spielzeug" und hofft nun, dass es so gut weitergeht. Schritt für Schritt.

 
 

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