Prügel auf Inspektion in der Au Münchner Polizist vor Gericht: "Ihr Kopf kam auf mich zugerast!"

Teresa Z. im Amtsgericht München: Der Polizist Frank W. (Bild links) soll die Frau auf der Wache geschlagen haben. Foto: dpa

Eine 24-Jährige wird auf Polizeiinspektion in der Münchner Au von einem Polizisten verprügelt. Er behauptet nun vor dem Landgericht: "Es war Notwehr."

 

München - Die blutigen Spuren und die Nasenbeinfraktur sind bei Teresa Z. (24) verheilt. Aber psychisch hat die zierliche Tierarzthelferin den Polizeiübergriff des Beamten Frank W. (34) auf dem Revier in der Au immer noch nicht verarbeitet: Nachts wache sie oft schreiend vor Angst auf.

Werden die seelischen Wunden nun wieder aufgerissen? Sie muss auch in zweiter Instanz vor dem Münchner Landgericht aussagen. Denn der Polizeibeamte will beweisen, dass er in Notwehr gehandelt hat.

Es ist der 20. Januar 2013. Teresa Z. hat einen heftigen Streit mit ihrem Freund Antonio P. (23). Sie ruft die Polizei. Die kommt und bittet beide mit auf die Wache. Auf dem Weg gibt es zwischen der Polizei und Teresa Z. Streit um ein Handygespräch.

Die Beamten sagen später aus, dass die Frau total hysterisch gewesen sei. Aus Sicherheitsgründen habe man ihr die Handschellen angelegt. Auf dem Polizeirevier in der Au flippt sie weiter aus, schreit herum, beleidigt die Beamten und lässt sich theatralisch auf den Boden fallen.

Die Polizei bringen sie vorsichtshalber in eine Zelle. Sie soll sich dort beruhigen. Ihre Hände sind dabei hinter dem Rücken gefesselt, als sie die Polizisten auf die Holzpritsche legen wollen. Frank W. beugt sich dabei über Teresa Z. und will sie beruhigen.

Dabei soll sie dem Polizisten ins Gesicht gespuckt haben. Laut Anklage habe Frank W. ihr dafür mit der Faust zwei Mal ins Gesicht geschlagen. Der Beamte schildert den Vorfall anders: „Ihr Kopf kam auf mich zugerast, ich dachte, sie wird mich verletzen“, sagt er.

In Angst habe er sie dann ein Mal am Kopf getroffen – „im Reflex“, wie er aussagt. Auch die Kollegen wollen keinen gezielten Schlag gesehen haben. Vielmehr sei nur eine „Handbewegung nach unten“ erkennbar gewesen. In erster Instanz ist Frank W. wegen Körperverletzung im Amt zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das neue Urteil soll am 10. März fallen.

 

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