Prozessauftakt in München Elf gegen zwei: Rocker-Schläger vor Gericht

Das Gerichtsgebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II in München, das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft: Hier fand am Dienstagmorgen der Prozessauftakt statt. (Archivbild) Foto: Peter Kneffel/dpa

Vor dem Landgericht München müssen sich seit Dienstag elf Männer verantworten. Es geht um eine gewalttätige Racheaktion. Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm – nicht ohne Grund.

 

München - Sie sollen einen Mann bei einer Racheaktion schwer verletzt und mit der Tat anschließend in einer Bar geprahlt haben: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Dienstag vor dem Landgericht München I ein Prozess gegen elf Männer begonnen, die sich wegen der Gewalttat verantworten müssen. Der Grund: Fünf der Angeklagten sollen Mitglieder einer Rockergruppe sein, deren Anhänger auch zahlreich im Gericht erschienen. Alle Zuhörer mussten bei Einlass ihre Ausweise kopieren lassen.

Laut Staatsanwaltschaft hat der Hauptangeklagte, ein 28 Jahre alter Gastronom, die anderen Männer im Alter von 22 bis 33 Jahren am 8. Mai 2016 über den Nachrichtendienst WhatsApp und per Telefon zu der Racheaktion am Ex-Mann seiner Verlobten aufgerufen. Er habe den Mann aus dessen Haus gelockt, wo ihn die elf Angeklagten gemeinsam mit Fäusten und Fußtritten schwer misshandelt hätten.

Auch der Bruder des Opfers wurde verletzt. Die Tat geschah vor den Augen zahlreicher Besucher der Auer Dult. Einer der Angreifer verletzte sich am Fuß. Danach sollen die Angeklagten in einer Shisha-Bar gefeiert und sich der Tat gerühmt haben.

Nach der Anklageverlesung wurde der erste Prozesstag beendet. Es sind 28 weitere Verhandlungstage vorgesehen.

 

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