Prozess wegen Tiermisshandlung Mann (42) tritt Hund: Rüde braucht Not-OP

Tyson auf dem OP-Tisch. Sein Frauchen vor Gericht. Foto: anf

Eine Gassi-Tour eskaliert: Rüde Tyson hat nach dem Vorfall ein Liter Blut im Bauch.

 

München - Tyson ist ein kräftiger Hund. Der 76 Zentimeter große Rüde ist seit fast zehn Jahren ein treuer Begleiter an der Seite von Sara Schrader (31). Neujahr hätte die Medizin-Studentin ihren Rhodesian Ridgeback jedoch fast verloren: Ein Bekannter hatte den Hund so kräftig in die Seite getreten, dass er einen Leberriss erlitt.

Schrader war mit dem 42-jährigen Michael H. (Name geändert), der einen Hundeservice anbietet in einem Wald in Grünwald unterwegs gewesen. Eigentlich wegen Bella, einer gerade einmal eineinhalb jährigen Hündin, die, so Schrader „nicht ganz koscher“ war. H. wurde ihr von einer Kollegin empfohlen, er sollte ihr dabei helfen, ihren langjährigen Hund Tyson und Bella aneinander zu gewöhnen.

Doch die Begegnung der Tiere ging gehörig schief. H. hatte zum Ausflug auch drei eigene Hunde mitgebracht, darunter einen Rüden. Tyson versuchte, ihn zu bespringen. „Ein typisches Dominanzverhalten“, sagt Schrader. Sie dachte sich nichts dabei. Tyson sei ein braver Hund.

H. jedoch schätzte die Situation anders ein, als Bedrohung für seinen Hund. Er stieß Tyson mit dem Fuß weg, im Schulterbereich sagt, H. – kurz hinter dem Rippenbogen, sagt Schrader. Wenig später brach Tyson zusammen.

Schrader und H. brachten den Rüden in eine Tierklinik. Er hatte einen guten Liter Blut im Bauch, musste notoperiert werden und bekam zwei Infusionen. Behandlungskosten: 3156,22 Euro. H.s Haftpflichtversicherung wollte nicht zahlen, deshalb ist der Fall nun vor dem Amtsgericht gelandet. H. ist wegen Misshandlung von Wirbeltieren angeklagt. Er sei davon „geschockt“ sagt er bei der Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, ohne gerechtfertigten Grund und aus Rohheit zugetreten zu haben. Dagegen wehrt sich H. entschieden. Er arbeite seit sechs Jahren mit Hunden zusammen. „Es war eine Reaktion aus der Situation heraus. Es tut mir auch sehr leid.“

Das Verfahren wird letztendlich gegen Auflagen eingestellt. H. muss 1500 Euro an Schrader und weitere 1000 Euro an eine Tierschutzorganisation zahlen. Schrader ist damit mehr als zufrieden. Und auch Tyson geht es zum Glück inzwischen wieder gut.

 

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