Konstantin V. (33) gibt vor Gericht zu, Beatrice F. getötet und am Feringasee verbrannt zu haben – aber ohne Vorsatz: Er spricht von einem "Unglück". Die grausigen Details. 

München - Keine Sekunde lässt sie ihn aus den Augen. Während Konstantin V. (33) seine Erklärung zum Tathergang verliest, wird er von der gegenüberliegenden Seite des Gerichtssaals von der Mutter seines Opfers fixiert.

Unter anfänglichem Schluchzen erklärt der 33-Jährige, dass er seine Freundin getötet hat, dass er jede Sekunde an sein Opfer denke, schlecht schlafe und weiß, dass er das nie wieder gutmachen könne: "Ich verabscheue mich selbst."

Die Mutter des Opfers 

Die Nebenklägerin bleibt aber ungerührt, verzieht auch keine Miene, als sie der Angeklagte wiederholt und mit gesenktem Kopf um Entschuldigung bittet.

Konstantin V. beteuert aber auch, er habe nie die Absicht gehabt, die 35-jährige Beatrice F. zu töten. Ihr Tod sei ein "schreckliches Unglück".

Da ist Staatsanwalt Laurent Lafleur ganz anderer Meinung. Er wirft dem gebürtigen Oberfranken, der als Angestellter zuletzt ein sechsstelliges Jahresgehalt bezog, Mord vor.

Der 33-Jährige soll seine aus Leipzig stammende Lebensgefährtin vor einem Jahr im gemeinsamen Haus in Bogenhausen erdrosselt, ihre Leiche verbrannt und am Feringasee deponiert haben – ein Arbeiter fand sie am 11. September, heute vor genau einem Jahr, beim Rasenmähen.

Das Opfer erwischte ihren Freund beim Seitensprung

Motiv laut Anklage: Weil V. mit seiner Geliebten ein neues Leben beginnen wollte, sei ihm Beatrice F. im Weg gewesen. Deshalb musste sie sterben.

Auslöser der Tat war ein Zufall: Beatrice F. kam am 8. September 2017 früher als erwartet von einer Dienstreise nach Hause und entdeckte dort das Gepäck von Margareta R., die zwei Tage zuvor aus Prag nach München gekommen war, um ihren Liebhaber Konstantin V. zu besuchen. Es kam zum Streit zwischen V. und seiner langjährigen Lebensgefährtin. So weit stimmen Anklage und Erklärung des Angeklagten überein.

Lafleur geht davon aus, dass Konstantin V. dann seiner Freundin erst eine Bauchwunde zufügte und sie mit einem Gefrierbeutel über dem Kopf und einer Kordel erdrosselte. Konstantin V. bestreitet diese Version. Man habe gerangelt, er habe Beatrice F. von hinten im Schwitzkasten gehabt. In diesem Moment seien beide gestürzt: "Nach dem Sturz lag sie regungslos auf mir."

Als die Freundin weg war, entsorgte er die Tote am Feringasee

Als ihm klar wurde, was er getan hatte, habe er "aus Angst" vor den Konsequenzen versucht, die Tat zu vertuschen. Erst in diesem Moment habe er ihr den Gefrierbeutel über den Kopf gezogen. Weil sie aus einer Wunde am Kopf blutete.

Er verschickte zudem Handy-Nachrichten vom Telefon seiner Freundin an sich selbst, ihre Mutter und Freunde. Sich selbst schrieb er: "Komme jetzt heim zu meinem Kuschelkuchen." Als Lafleur das verliest, schaut die Mutter des Opfers Konstantin V. an und sagt leise: "Du Schwein".

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ist der kaufmännische Kundenbetreuer beim Vertuschen äußerst kaltblütig vorgegangen. Nach dem Mord habe er die Leiche zunächst im Keller versteckt und dann die Nacht mit seiner Geliebten im Haus verbracht. Am nächsten Tag – die Leiche lag immer noch im Keller – besuchte das Paar Schloss Neuschwanstein. Erst als Margareta R. abgereist war, entsorgte Konstantin V. die Leiche von Beatrice F. an einem Parkplatz am Feringasee.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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