Prozess um Herzinfarkt Tödlicher Nachbarschaftsstreit: Freispruch für Walter H.

Der ehemalige Frauenarzt Hans-Joachim W. (kleines Bild links) stirbt nach einem Streit am Starnberger See an einem Herzinfarkt. Sein Nachbar (kleines Bild rechts) steht vor Gericht. Foto: AZ, dpa

Weil das Gericht keine Schuld feststellen kann, wird Walter H. (79), der eine Mülltonne in Richtung seines Nachbarns geworfen haben soll, freigesprochen. Aber: "Das ist kein Freispruch 1. Klasse." 

 

Der pensionierte Bundesbahndirektor Walter H. (79) ist vom Schwurgericht München II vom Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung mit Todesfolge freigesprochen worden.

Wie berichtet, ist am 28. Juli 2009 zwischen dem Angeklagte und seinem Nachbarn Hans-Joachim W. (†80) zum Streit wegen des Zufahrtweges gekommen.

Im Verlauf soll Walter H. eine Mülltonne in Richtung des ehemaligen Frauenarztes geworfen haben. Der Arzt, dessen Lebensgefährtin Zeugen war, konnte zur Seite springen. Sekunden später erlitt er einen Herzinfarkt und verstarb nch zwei Monate auf der Intenssivstation in einer Klinik.

Der Vorsitzende Richter Martin Rieder: „Das ist kein Freispruch 1. Klasse. Sie haben das Glück, dass sich die Lebensgefährtin nicht mehr so genau erinnern kann, wie die Tat abgelaufen ist. Es bleibt eben offen, ob Sie die Tonne zielgenau geworfen oder ob Sie sie nur angestoßen haben, so wie Sie es behaupten."

Hätte das Gericht eine Schuld feststellen können, sei der Angeklagte nicht mehr als freier Mann aus dem Gerichtssaal gegangen und er sei in U-Haft gekommen bis das Urteil rechtskräftig geworden wäre. Staatsanwalt ebenfalls Freispruch und Verteidiger hatten ebenfalls Freispruch gefordert.

 

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