Prozess Streit um den Dachauer Todesschützen

Der Todesschütze von Dachau bei seiner Festnahme. Foto: Christian Chymyn/dapd

Ministerin Merk glaubt, dass sich der Dachauer Todesschütze Rudolf U. aus der Verantwortung stehlen will. 

 

Dachau - Der Prozess gegen den Todesschützen von Dachau schlägt hohe Wellen. Jetzt meldete sich sogar Bayerns Justizministerin Beate Merk zu Wort. Sie warf Rudolf U. (55) vor, er wolle sich der Verantwortung für die Todesschüsse entziehen.

Die Verteidigung fährt schweres Geschütz auf. Justizministerium und Staatsanwaltschaft wollten den Prozess um jeden Preis durchziehen, so der Vorwurf von Rechtsanwalt Maximilian Kaiser. Man habe seinen Mandanten mit einem Trick die Zustimmung zur Amputation seines Beins abgeschwatzt. Der 55-Jährige sei schwer krank. Er habe Zweifel an dessen Schuldfähigkeit: „Es stellt sich die Frage, ob er wegen seines schweren Schlaganfalls, der den linken Frontallappen im Gehirn betrifft, nicht in der Schuldfähigkeit beeinträchtigt war.“

Justizministerin Merk wies die Vorwürfe des Verteidigers als abwegig zurück. Die Behauptung, U. habe sich einer Zwangsbehandlung unterziehen müssen, sei absurd.

Rudolf U. hatte im Januar im Amtsgericht Dachau den Staatsanwalt Tilman T. († 31) erschossen. Am Montag beginnt der Prozess.

 

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