Prozess startet im September Geldtransporter-Räuber: Wo sind die 1,1 Millionen?

Rijad K. muss sich Ende September vor dem Münchner Landgericht verantworten. Die 1,1 Millionen Euro aus dem Geldtransporter bleiben verschwunden. Foto: dpa, Polizei

Die Ermittlungen gegen den Geldtransportfahrer sind abgeschlossen. Der Prozess beginnt im September. Was bis heute fehlt, ist eine Spur von den 1,1 Millionen.

 

München - Der Plan war simpel, aber dafür äußerst effektiv. Rijad K. klaute vor einem Jahr den Geldtransporter, den er fuhr. Er trickste seine zwei Kollegen aus und verschwand mit rund 1,1 Millionen Euro. Dafür drohen ihm jetzt bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Derzeit sitzt Rijad K. in einer Zelle der Justizvollzugsanstalt Stadelheim. Die U-Haft hat ihn offensichtlich nicht weich gemacht. Bis zum heutigen Tag schweigt der ehemalige Geldtransportfahrer. Er hat weder seinen Komplizen verpfiffen, noch hat er verraten, wo die Beute abgeblieben ist. (Lesen Sie auch: Rijad K. - Vom kleinen Gauner zum gerissenen Millionendieb)

Prozess: Vier Verhandlungstage sind angesetzt

"Die Ermittlungen sind abgeschlossen, die Anklage ist erhoben", sagt Oberstaatsanwältin Anne Leiding, "der Prozess vor dem Landgericht München ist für Ende September geplant". Vier Verhandlungstage sind angesetzt, im Oktober soll das Urteil fallen. "Der Angeschuldigte ist wegen Diebstahl in einem besonders schweren Fall in Mittäterschaft angeklagt", sagt Anne Leiding. Das Strafmaß beträgt zwischen drei Monate und zehn Jahre Haft.

Rijad K., arbeitete im Sommer letzten Jahres als Fahrer bei der Sicherheitsfirma Prosegur. Der 26-Jährige fuhr einen der gelben Geldtransporter. Wie er den firmeninternen Sicherheitscheck bestand, ist unklar.

K. war damals bereits polizeibekannt. 2015 war gegen ihn wegen Eigentumsdelikten und Körperverletzung ermittelt worden. Trotzdem bekam er einen Job als Leiharbeiter. Am 24. August 2017, einem Donnerstag, war er morgens zusammen mit zwei Kollegen auf der üblichen Tour durch die Stadt. An Bord des Mercedes-Transporters befanden sich über eine Million Euro, die das Team zu verschiedenen Banken bringen sollte.

Vor einer Bäckerei an der Blumenauer Straße hielt er an und ließ seine Kollegen aussteigen. Sie betraten eine Bankfiliale. Sobald sie außer Sichtweite waren, gab Rijad K. Gas. Doch er fuhr nur einige Hundert Meter weit. Der Mercedes war mit einem Sender ausgestattet. Die Firma konnte jederzeit die Position bestimmen.

An der ungarisch-serbischen Grenze fasste man K.

Der 26-Jährige stellte den Transporter auf einem Parkplatz an der Rolf-Pinegger-Straße ab. Er nahm die gesicherten Geldkoffer und verschwand. Anwohner berichteten später der Polizei, sie hätten zwei Männer gesehen, die eilig durch eine Grünanlage liefen. Eine Großfahndung mit Spürhunden und Hubschrauber verlief erfolglos.

Den Fluchtwagen, einen Audi A1, ließen die Täter auf einem Supermarktparkplatz stehen. Die leeren Geldkoffer wurden von der Polizei im Burgkmairpark in Laim gefunden. Rijad K., ein in Dachau lebender Serbe, setzte sich nach Ungarn ab. An der Grenze zu Serbien verließ ihn das Glück. Als er sich zu Fuß über ein Feld schleichen wollte, wurde er von Grenzern festgenommen.

Das Geld hatte Rijad K. nicht bei sich. Wo es ist, verrät er vielleicht im Prozess. Das könnte ihm Pluspunkte und eine mildere Strafe einbringen.

 

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