Prozess München: Fußtritte gegen den Kopf - zehn Jahre Haft gefordert

Ein Mann wird in Handschellen abgeführt. (Symbolbild) Foto: dpa

Versuchter Totschlag? Im Streit ist ein 24-Jähriger ausgetickt und hat zugetreten. Der Staatsanwalt fordert dafür 10 Jahre Haft.

 

München - Nahm er in Kauf, dass sein Opfer sterben könnte? Diese Frage entscheidet über viele Jahre Gefängnis. Staatsanwalt Laurent Lafleur ist jedenfalls nach der Beweisaufnahme im Prozess gegen Kamil K. der Überzeugung, dass sich der 24-Jährige eines versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hat. Er fordert für diese Taten zehn Jahre Haft.

Der Fall: Der Straßenbauer hatte in Solln in der Nacht auf den 21. April bei einem Streit um eine Grillparty zunächst einen seiner Bekannten zu Boden gebracht und diesen dann mit Fußtritten gegen den Kopf schwer verletzt. (Lesen Sie auch: Feuer in der JVA Stadelheim)

Er wurde vorübergehend festgenommen, aber wieder frei gelassen. Noch in dieser Nacht kehrte er zurück nach Solln und trat auf einen zweiten Bekannten ein, der noch im Bett gelegen und geschlafen hatte. Beide Opfer mussten mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus.

Angeklager entschuldigt sich vor Gericht

Kamil K. nutzt am Donnerstag seine letzte Gelegenheit, Reue zu zeigen. Sein letztes Wort: "Ich möchte mich für die ganze Situation entschuldigen. Ich hätte das nie getan, wenn ich nicht unter Alkoholeinfluss gestanden hätte."

1,3 Promille habe die Polizei damals bei ihm festgestellt, sagt sein Verteidiger. Auch deswegen hält dieser zwei Jahre und sechs Monate wegen gefährlicher Körperverletzung für die angemessene Strafe. Kamil K. sei nicht nur alkoholisiert gewesen, sondern stand auch unter Drogen und war einfach "sauer". Das Urteil wird Richter Norbert Riedmann am Freitag verkünden.

 

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