Prozess in München Vater bedroht: „Ich bin Vampir, muss dich töten"

Raimund G. (39) vor dem Landgericht. Foto: dapd

Mit den Worten "Ich muss jetzt Blut lecken“ bedroht ein 39-Jähriger seinen Vater, verletzt ihn mit einem Messer und leckt sein Blut auf.

 

München - Mit Spannung warteten die Fotografen im Münchner Gerichtssaal 262 auf den „Vampir von Althegnenberg“, der mit einem Messer auf seinen Vater eingestochen hat, weil er Blut trinken wollte (AZ berichtete). Statt ein Gruselmonster erschien ein Mann mit Zopf, Jeans und einem Lächeln im Gesichts zum Prozess. Der arbeitssuchende Raimund G. (39) gestand ohne große Umschweife die Tat. Sagte aber: „Eigentlich kann ich mich an nichts mehr wirklich erinnern.“

Laut Anklage passierte es am 28. November 2011, gegen 15 Uhr, im elterlichen Wohnanwesen. Nach Erkenntnis der Ermittler soll der Angeklagte gesagt haben: Er müsse jetzt „Blut lecken“, um dem „Vampirorden“ beizutreten.

Daraufhin öffnete Raimund G. die Küchenschublade, holte ein Messer heraus, ging auf seinen Vater zu und soll gedroht haben: „Ich bin ein Vampir und muss dich töten!“ Stimmen hätten dies befohlen.

Der Vater konnte seinem Sohn das Messer entreißen. Raimund G. holte ein zweites. Im Gerangel fügte er seinem Vater Schnittwunden zu. Als das Blut vom Zeigefinger des Vaters tropfte, berührte der Angeklagte mit seiner Zunge die Blutstropfen.

2011 habe Raimund G. viel Alkohol getrunken und Drogen genommen. „Ich habe Comicfiguren gesehen, die lagen auf dem Bauch und lachten mich aus“, sagt der Angeklagte, der zehn Jahre als Grafiker bei einer Zeitung tätig gewesen ist. Wegen der großen Liebe habe er 2010 gekündigt und ist nach Nordrhein-Westfalen gezogen. Im Januar 2011 ging die Beziehung in die Brüche. Der Angeklagte zog wieder zu den Eltern: „Aus Frust nahm ich Drogen und trank Alkohol.“ Das Urteil soll diesen Freitag fallen.

 

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