Prozess in München Frau fast totgeschlagen: Anklage will lebenslang

Ein Mann schlägt im Drogenrausch seine Lebensgefährtin fast tot - das Opfer fällt ins Koma. Die Anklage fordert nun lebenslange Haftstrafe für das Verbrechen.

 

München – Weil er seine frühere Lebensgefährtin mit massiver Gewalt fast totgeschlagen habe, soll ein 39 Jahre alter Mann nach dem Willen der Anklage mit lebenslanger Haftstrafe büßen. „Die Frau ist dem Tod näher als dem Leben, begründete die Staatsanwältin am Donnerstag ihren Antrag wegen versuchten Mordes vor dem Münchner Schwurgericht.

Nach fast fünfmonatiger Beweisaufnahme plädierte die Verteidigung auf höchstens vier Jahre Freiheitsstrafe wegen schwerer Körperverletzung. Das Urteil soll am 16. Mai gesprochen werden.

Seine Wut über die zwei Jahre ältere Frau, die dem aggressiven Angeklagten den Kontakt zum gemeinsamen Kind verweigert haben soll, soll der arbeitslose Mann am 30. November 2010 unter Alkohol- und Kokaineinfluss mit massiver Gewalt ausgetobt haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat er die Frau mit Fäusten und Gegenständen auch dann noch geprügelt, als sie bereits bewusstlos war.

Das Opfer trug 59 schwere Verletzungen davon, unter anderem eine Hirnblutung und Brüche im Gesicht. Nach einer während der Behandlung erlittenen weiteren Gehirnblutung fiel sie ins Wachkoma.

Der Angeklagte habe grausam und aus niedrigen Beweggründen gehandelt, ergab sich für die Staatsanwältin. Der Verteidiger setzte dagegen, sein Mandant habe nicht in Tötungsabsicht zugeschlagen.

Wegen der bleibenden Schäden des Opfers liege zwar neben der gefährlichen eine schwere Körperverletzung mit Höchststrafe von zehn Jahren vor. Wegen erheblich verminderter Schuldfähigkeit infolge Alkohol- und Drogenkonsums genüge aber eine Strafe „im mittleren Bereich“.

 

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