Prozess in München Falsche Polizisten: Gutgläubiges Opfer verliert sein Haus

Der Angeklagte vor Gericht. Foto: Sigi Müller

Eine 71-Jährige wird von Betrügern, die sich als Polizisten ausgeben, völlig ausgenommen. Einer steht jetzt in München vor Gericht.

 

München - Ihre Geschichte ist traurig und haarsträubend zugleich. Helga F. (71, Name geändert) erzählt am Mittwoch im Zeugenstand des Landgerichts, wie es ihr passieren konnte, ihr Haus durch Betrüger zu verlieren. Auf der Anklagebank sitzt ein 31-Jähriger. Er gibt zu, als Abholer bei dem Betrug an der Frau mitgewirkt zu haben.

Im März 2019 sei sie zum ersten Mal von der "Polizei" angerufen worden, berichtet die 71-Jährige. Ihr Geld sei nicht mehr sicher, sie müsse es vom Konto abheben und in Sicherheit bringen. Sie sei anfangs noch misstrauisch gewesen, aber als ihr der falsche Polizist sagte, sie solle doch zur Vergewisserung die 110 anrufen, glaubte Helga F., es mit echten Polizisten zu tun zu haben. Sie übergab Gold und Uhren im Wert von über 300.000 Euro an einen Abholer der Bande.

Betrüger legen gefälschten gerichtlichen Beschluss vor

Doch damit nicht genug. Die Betrüger tischten ihr die Geschichte auf, dass sie durch den Verkauf ihres Hauses einen Ermittler aus den Fängen der rumänischen Mafia befreien könnte, legten ihr zu diesem Zweck einen gefälschten gerichtlichen Beschluss vor, der ihr "garantierte", alles später zurückzubekommen.

Von dem Haus-Erlös sollte sie Diamanten kaufen und eine Uhr und alles für den Abholer deponieren. Als dieser dann zugriff, war die Polizei schon da. Diesmal war's die echte. Ganz bitter: Ihr Haus wird Helga F. wohl nicht zurückbekommen können. Der Verkauf der Diamanten werde nicht genug einbringen, sagt sie.

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