Prozess in München Bankomaten ausspioniert: Dreieinhalb Jahre Gefängnis

Der Angeklagte Boris R. (39) gesteht vor Gericht Foto: th

An der Tegernseer Landstraße und an der Leopoldstraße hat eine Bande Geldautomaten präpariert, Geheimnummern ausgespäht – und so über 112.000 Euro von den Konten geplündert. Jetzt gab's das Urteil.

 

München - Der Betrugstrick ist altbekannt – und der Schaden meistens hoch: So genannte „Skimmer“ bringen Videokameras und Tastatur-Attrappen an Geldautomaten an, um an die Geheimdaten der Kunden zu kommen. Jetzt steht Boris R. (39) wegen des gewerbs- und bandenmäßigen Fälschens von Zahlungskarten vor dem Münchner Landgericht. Der Schaden: 112540 Euro. Der Kraftfahrer aus Bulgarien gesteht zwei der aufgeführten Anklagepunkte. Er behauptet aber: „Ich bin nur der Chauffeur gewesen und habe mal die Lesegeräte wieder abgebaut. Mehr nicht.“ Laut Anklage arbeitet Boris R. mit seinem Komplizen Ivo M. (40) zusammen, der bereits zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden ist. Vom 22. bis 29. November 2011 manipulieren sie in den Räumen der Stadtsparkasse an der Tegernseer Landstraße einen Bankomaten. Die Daten gibt das Duo dann an andere Bandenmitglieder weiter, die damit Kartendubletten herstellten. Kurz vor Weihnachten 2011 machen diese Mittäter 190 Bargeldabhebungen in Mexiko und den USA. Der Schaden: 46596,60 Euro. Im zweiten Fall bringen Boris R. und Ivo M. zwischen dem 30. November und 2. Dezember 2011 ihre Tastatur-Attrappe und Videoleiste an dem Geldautomaten in der Stadtsparkasse an der Leopoldstraße an. So beschaffen sie sich von 53 Sparkassenkunden die Daten samt Geheimnummer. Mit gefälschten Kartendubletten machen Komplizen vom 10. bis 13. Dezember 2011 in Thailand, im Libanon und in den USA „mindestens 237 missbräuchliche Bargeldabhebungen“. Der Schaden liegt bei 65970 Euro und 34 Cent. Drei weitere Fälle aus der Anklage streitet Boris R. ab: „Da bin ich nicht in Deutschland gewesen.“ Das Geständnis legt die 12. Strafkammer zu Gunsten des Angeklagten aus. Urteil: drei Jahre und sechs Monate Gefängnis. Richterin Rosi Datzmann betont, dass Boris R. nach Verbüßung von zwei Drittel der Haft in seine Heimat nach Bulgarien abgeschoben wird.

 

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