Prozess in London Sechs Kinder tot: Mick Philpott, der Heuchler

Und am Ende flog doch alles auf: Mick und Mairead Philpott bei der Pressekonferenz nach dem Brandinferno – damals spielten sie die erschütterten Eltern. Foto: AP

Was als Rache an einer Ex-Geliebten geplant war, wurde zur Tragödie: Sechs Kinder starben, weil ihr Vater das Haus anzündete. Fest steht: Mick und Mairead Philpott müssen hinter Gitter

 

London - Kaum ein Prozess hat in Großbritannien für mehr Entsetzen gesorgt – jetzt steht das Urteil fest: Mick und Mairead Philpott müssen hinter Gitter. Er lebenslang, sie für 17 Jahre. Das Paar hatte im Mai 2012 sein Haus angezündet. Mit der Absicht, die Tat Philpotts Ex-Geliebten Lisa W. in die Schuhe zu schieben. Und: Der 56-Jährige wollte unmittelbar nach der Brandstiftung seine Kinder aus dem Feuerhaus retten, um als Held dazustehen. Doch der Plan ging tragisch schief, im Inferno starben sechs seiner Kinder.

Die Bilder einer Pressekonferenz, die das Ehepaar nach dem Feuerdrama abgehalten hatte, schockierte vor knapp einem Jahr die Öffentlichkeit. Beide brachen immer wieder in Tränen aus. Mick Philpott dankte den Helfern, der Feuerwehr und der Polizei. Die Organe seines Sohns Duwayne gab er zur Transplantation frei. Wenigstens sollte damit ein Menschenleben gerettet werden, so der Vater. Aber alles war geheuchelt. Denn dass Mick Philpott selbst der Brandstifter war und seine sechs Kinder auf dem Gewissen hatte, ahnte noch niemand.

Bis auf die Polizei. Den Beamten war aufgefallen, dass sich der Familienvater vor und nach der Pressekonferenz seltsam benahm. Sie stellten ihm eine Falle, verwanzten das Hotelzimmer in dem Mick und Mairead Philpott nach dem Inferno untergekommen waren. Prompt konnten die Beamten lauschen, wie beide ihre Aussagen absprachen. Ebenso wurden sie Zeugen eines Geschlechtsakts zwischen Mairead und einem Freund des Paares. Dieser hatte den Feuer-Eltern bei der Brandstiftung geholfen. Der Sex sollte dafür sorgen, dass er nichts ausplauderte. Auch der Freund kommt jetzt in Haft. Für seine Beteiligung muss er ebenfalls 17 Jahre sitzen.

Das Haus in Derby hatte Mick Philpott angezündet, indem er Benzin durch den Briefschlitz goss. Dieses steckte er dann in Brand. Die Flammen breiteten sich so schnell aus, dass der 56-Jährige seinen Rettungsplan nicht mehr ausführen konnte.

Das Feuer wollte er seiner Ex Lisa W. zur Last legen. Denn sie hatte ihn verlassen, war aus dem Haus in Derby ausgezogen. Sie wollte das Sorgerecht für die weiteren vier Kinder einklagen, die sie mit Philpott hat – deswegen wollte er sie in Misskredit bringen. Mick Philpott hatte dort mit Lisa W. und seiner Frau Mairead gelebt, mit beiden hatte er Sex. Insgesamt setzte der 56-Jährige 17 Kinder in die Welt. 1978 hatte ein Gericht Mick Philpott schon einmal zu einer Haftstrafe verurteilt. Damals hatte er auf eine Frau eingestochen, die ihn verlassen wollte.

 

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