Prozess in der Türkei "Mehmet" zu langer Haftstrafe verurteilt

Muhlis Ari soll in der Türkei einen Deutschen ausgeraubt haben und ist zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er streitet die Tat ab

 

München/Istanbul - Ex-Innenminister Günther Beckstein habe mit der Ausweisung sein Leben zerstört, klagte Muhlis Ari alias „Mehmet“ erst vor zwei Monaten in der deutschen Presse. Da wollte er seine Biographie „Sie nannten mich Mehmet. Geschichte eines Ghettokindes“ auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen, bekam aber keine Einreiseerlaubnis – nach wie vor besteht hier gegen den 29-Jährigen ein Haftbefehl. In Talkshows gab er sich als geläuteter Mann, der als Kind Mist gebaut hat. Ein Justizopfer.

Jetzt ist Ari, als jugendlicher Serienstraftäter mit 62 Fällen in der Akte aus München in die Türkei ausgewiesen, laut Medienberichten von einem Gericht in Antalya wegen schweren Raubes und Freiheitsberaubung verurteilt worden – zu einer Haftstrafe von elfeinhalb Jahren. Muhlis Ari hat aber Berufung eingelegt, sitzt also noch nicht ein.

Der Vorwurf: Im August 2012 soll er gemeinsam mit Komplizen einen Deutschen in einen Hinterhalt im Gebirge gelockt haben, ihm dort eine Uhr und eine Halskette im Wert von mehreren tausend Euro gestohlen haben. Dafür hat ihn das Gericht in erster Instanz verurteilt.

Muhlis Ari sieht darin ein Komplott. Er und das angebliche Opfer kennen sich aus München – dort war Ari mit der Nichte des 63-Jährigen befreundet. Dieser behauptet, er habe Ari Geld für seine Geschäfte geliehen und sei ihm später nachgereist in die Türkei, weil er sein Darlehen nicht wiedergesehen hatte. Dort sei er dann von Muhlis Ari und seinen Komplizen in den Hinterhalt gelockt und ausgeraubt worden.

Seit seiner Rückkehr in die Türkei sei er nicht straffällig geworden, ließ Muhlis Ari der „Bild“ über seinen deutschen Anwalt ausrichten: „Notfalls gehen meine Anwälte und ich bis zum höchsten türkischen Gericht.“

 

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