Prozess in Bayreuth Per Webcam: Verkäufer (38) missbraucht Kinder

In Bayreuth steht ein Mann vor Gericht, der Mädchen und einen Buben zwang, in einem Chat sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Die Bilder stellte er für andere Pädophile ins Netz

Bayreuth -
Jahrelang hat ein Einzelhandelskaufmann (38) im Internet gezielt Kontakt zu Kindern gesucht, um sich sexuell zu befriedigen. Er brachte sie dazu, ihm per Webcam oder Skype beim Masturbieren zuzuschauen und sich auszuziehen. Und noch schlimmer: Zwei Mädchen brachte er dazu, sich Gegenstände einzuführen. Die Bilder stellte er im Internet zum Download zur Verfügung. Oliver E. seht seit gestern wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Bayreuth vor dem Landgericht.

 

Oliver E. gab sich harmlose Namen wie „pellkartoffel8“, wenn er im „Mainfranken-Forum“ chattete. Nach einem kurzen Vorgeplänkel forderte er die Kinder auf, ihm Nacktfotos zu schicken. Dafür versprach er Geld oder eine Telefonguthaben-Karte.

Wenn das Kind machte, was er wollte, geriet es in einen Strudel aus Angst und Abhängigkeit. Hatte Oliver E. erst einmal ein Foto, drohte er, dieses an die Polizei oder Bekannte des Opfers zu schicken, wenn das Kind nicht neue schickte.

Einem Mädchen (12) versprach er 2011 eine Telefonkarte im Wert von 100 Euro, wenn es ihm ein Nacktfoto schickt. Nachdem er das Bild hatte, brachte er das „mit der Situation völlig überforderte Kind“ (Staatsanwalt) dazu, sich nach seiner Regie nackt vor der Webcam zu zeigen. Schließlich forderte er, dass es sich vor der Kamera den Stiel einer Haarbürste, eine Banane und Stifte einführt.

Ein anderes Mädchen (12) brachte er dazu, eine Zahnbürste und einen Füller einzuführen. Als die Schülerin den Kontakt abbrach, schickte Oliver E. die Bilder ihrer Freundin. Folge: Das Opfer verlor viele Freunde, bis heute leidet es unter Hänseleien.

Ein drittes Mädchen (13) und dessen Bruder (11) versuchte Oliver E. dazu zu überreden, dass sie vor der Webcam den Geschlechtsverkehr ausübten. Die Kinder weigerten sich aber. Laut Anklage handelte Oliver E. zur Befriedigung seiner abnormen Triebe und um kinderpornographisches Material zu bekommen. Seit Februar sitzt der 38-Jährige in U-Haft. Er hat die Taten gestern vor Gericht alle gestanden.

 

1 Kommentar