Prozess Der Feuerteufel von Bad Griesbach – ein Polizist?

Ist er der Feuerteufel? Polizist und Feuerwehrmann Andreas A. (42) vor Gericht. Foto: Tobias Köhler/mediendenk

Der 42-Jährige ist auch seit 25 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr – seit März sitzt er in U-Haft. Vor Gericht bestreitet er, die neuen Brände gelegt zu haben. Ein langwieriger Indizienprozess. 

 

Passau - Im Passauer Prozess gegen einen Polizisten und Feuerwehrmann wegen mehrfacher Brandstiftung hat der Angeklagte die Taten bestritten. Auf die Frage eines Richters am Landgericht, ob er die Brände gelegt habe, sagte der 42-Jährige am Freitag: „Dann würde ich 40 Jahre meines Lebens über den Haufen werfen.“

Der Mann ist seit mehr als 20 Jahren Polizist und seit 25 Jahren bei der freiwilligen Feuerwehr. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neun Fälle von Brandstiftung und mehrfache versuchte schwere Brandstiftung im niederbayerischen Kurort Bad Griesbach vor.

Laut Anklage hat der 42-Jährige im vergangenen Dezember in zwei Hotel-Tiefgaragen insgesamt neun Autos in Brand gesetzt. Einen Monat später soll er in mehreren Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus Feuer gelegt haben.

In dem Wohnkomplex, der in direkter Nachbarschaft des Angeklagten liegt, besitzen vor allem ältere Menschen Ferienappartements. Zum Zeitpunkt des Feuers hielt sich keiner der Inhaber dort auf. Insgesamt soll ein Schaden von rund 500 000 Euro entstanden sein.

An einem Tatort wird seine DNA gefunden

Der Beamte war ins Visier der Fahnder geraten, weil an einem Tatort Brandbeschleuniger gefunden wurden, auf denen die DNA des 42-Jährigen festgestellt wurde. Zudem soll er als Feuerwehrmann stets als einer der ersten am Brandort gewesen sein.

Zum Prozessauftakt hatte der 42-Jährige dafür keine Erklärung. Der Mann sitzt seit März in Untersuchungshaft. Vom Polizeidienst wurde Andreas A. suspendiert. Und der Vorstand der Feuerwehr entschied, dass seine Ämter „vorsorglich ruhen“.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Mit einem Urteil ist im Januar 2013 zu rechnen.

 

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