Prozess am Landgericht Junger Mann schwingt Samuraischwert in der U-Bahn

Verhandlungspause: Stefan T. (23) wird abgeführt. Foto: jot

Ein 23-Jähriger schwingt ein Schwert in der Münchner U-Bahn und droht mit einer Geiselnahme – jetzt soll der seelisch kranke Mann in die Psychiatrie.

 

München - Diesen Tag werden die Fahrgäste der U2 nicht so bald vergessen. Am 4. September des vergangenen Jahres werden sie um 18.20 Uhr kurz vor der Haltestelle Frankfurter Ring Zeugen eines skurrilen Vorfalls. Ein junger Mann erklärt einer mitfahrenden Frau, dass er jemanden umbringen wolle.

Zur Bekräftigung der Drohung zieht Stefan T. (23, Namen geändert) ein japanisches Kurzschwert aus seiner Tasche und läuft mit der offenen Klinge zum Schrecken der Zeugen durch den Zug. Dabei redet er wirres Zeug. Doch zum Glück attackiert er lediglich einen Aufkleber. Schaden: 35 Euro.

Es ist nicht das einzige Mal, dass Stefan T. aus der Rolle fällt und mit Beleidigungen und Drohungen auffällig wird. Er beschimpft Polizisten, droht: „Wenn du mich anfasst, dann schlage ich dich tot.“
Eine besonders bedrohliche Szene spielt sich am 31. Juli 2014 im Sozialbürgerhaus Nord. Stefan T. stürmt rein, verlangt nach seiner Sachbearbeiterin und droht: „Wenn ich mein Geld nicht bekomme, dann nehme ich eine Geisel.“

„Es war verrückt. Es war nicht schön“, berichtet Hanna S. (45), die am Empfang arbeitet. Sie habe Angst gehabt. Aber auf solche Vorfälle werden die Mitarbeiter des Sozialhauses vorbereitet. „So was kommt ab und zu vor.“ Hanna S.: „Er sah schlecht aus. Verzweifelt.“

Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, ihn in der Psychiatrie unterzubringen. Stefan T. weiß um seine Psychose und will sich behandeln lassen, erklärt seine Anwältin Heidi Pioch. Auch die Taten gibt er zu, so weit er sich noch erinnern kann.

 

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