Prozess am Amtsgericht Tatmotiv Katzenliebe: Betrügerin kommt mit Bewährung davon

Justitia musste sich am Amtsgericht München mit einer betrügerischen Katzenliebhaberin auseinandersetzen. Foto: dpa

Sie wollte Katzen helfen und wurde zur Betrügerin. Im Prozess vor dem Amtsgericht München gesteht die Frau (34) und kommt mit einer Bewährung davon.

München - Hehre Ambitionen schützen vor Strafe nicht. Einen weiteren Beleg für diese Binsenweisheit brachte jetzt eine Verhandlung am Amtsgericht. Die zuständige Richterin verdonnerte eine 34-jährige arbeitslose und äußerst tierliebe Münchner Zahnarzthelferin wegen Computerbetruges, Fälschung beweiserheblicher Daten und Vortäuschens einer Straftat zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten. Immerhin wurde die Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt. Als Bewährungsauflage wurde der Katzenliebhaberin die Ableistung von 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit aufgegeben.

Die 34-Jährige hatte zugegeben, dass sie zwischen dem 17. März 2016 und dem 2. März 2017 in sieben Fällen unter Verwendung von ihr selbst erstellter E-Mail-Adressen sowie Namen und Anschriften ihr bekannter Personen bei diversen Online-Händlern hauptsächlich Katzenfutter und Katzenstreu, sowie teilweise Lebensmittel, Haushaltsgeräte und einen Fotoduschvorhang mit Katzenmotiv bestellt hat. Bei allen Bestellungen (Gesamtwert 1.501,84 Euro) gab die Verurteilte als Lieferanschrift jeweils Phantasienamen immer unter der Adresse ihrer Mutter in Unterhaching an. Die überschuldete Verurteilte war dabei weder zahlungsfähig noch zahlungswillig.

Katzenliebhaberin gesteht vor Gericht: "Irgendwie reingerutscht"

So kam man ihr auf die Schliche: Als ein Inkassounternehmen wegen einer unter ihren echten Personalien erfolgten Katzenfutterbestellung von ihr Bezahlung verlangte, warf sie stattdessen Nebelkerzen und erstattete eine Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Polizeiinspektion in Unterhaching wegen eines angeblichen Datenmissbrauchs zu ihrem Nachteil. Doch der Verdacht richtete sich aufgrund der immer gleichen Lieferadresse bald gegen die Anzeigenerstatterin selber. Nach einer Beschuldigtenvernehmung wurden mit ihrem Einverständnis ihre und die Wohnung ihrer Mutter durchsucht und den Betrügereien zuzuordnende Waren gefunden.

Die Katzenliebhaberin gestand nun vor Gericht: "Es hört sich blöd an, aber ich bin da irgendwie reingerutscht. Wie man ja sieht, machen wir Tierhilfe. Helfen Katzen. Misshandelten Katzen. Wir brauchen Katzenfutter und Katzenstreu. Das Ganze fing an mit dem DHL. Im August oder September. Der hat geklingelt, ob ich für den Nachbarn Pakete annehmen könne.“ Dann seien andere Dienste dazu gekommen. Und das brachte die Katzenliebhaberin auf die Idee sich unter Phantasienamen Pakete an ihre Adresse schicken zu lassen.

 

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