Proteste in der Türkei Grünen-Chefin Claudia Roth mit Tränengas beschossen

Grünen-Chefin Claudia Roth hat Tränengas abbekommen. Foto: Twitter

Erdogan lässt knüppeln: Hunderte Verletzte bei der gewaltsamen Räumung des Protest-Lagers im Gezi-Park – darunter auch Claudia Roth. Die Grünen-Chefin hat Tränengas abbekommen.

 

Istanbul - Kriegsähnliche Zustände in Istanbul: Mit massiver Gewalt hat der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan das Lager der Protestbewegung im Gezi-Park räumen lassen.

Die Polizisten schossen mit Gummigeschossen, feuerten aus kurzer Distanz Tränengasgranaten gezielt auf die Körper von Menschen und knüppelten mit mehreren Hundertschaften auf die Demonstranten ein. In Panik flohen Hunderte aus dem Park, darunter viele Frauen und Jugendliche. Polizisten verfolgten sie in die Gassen. Andere retteten sich vor den Tränengasschwaden in die Lobbys einiger Hotels am Taksim-Platz, die ihre Türen für Verletzte öffneten – dann feuerte die Polizei auch Tränengas in die Hotels.

Die ganze Nacht über dauern die Schlachten an, während die Müllabfuhr das Protestzeltlager einfach abräumt. Am nächsten Morgen sollen Polizisten auch Ärzte abgeführt haben, die in den Hotels verletzte Demonstranten behandelt haben: Taksim-Aktivisten posten Fotos von Medizinern in Handschellen.

Hunderte werden verletzt. Eine von ihnen ist die deutsche Grünen-Chefin Claudia Roth: Sie war im Gezi-Park, als gegen neun Uhr abends ohne Vorwarnung die Aktion begann. „So muss Krieg in Innenstädten sein“, berichtet sie hinterher erschüttert. „Die machen echt Jagd auf Menschen.“ Auch sie hat Tränengas abbekommen, es sei mit extra fiesen Chemikalien versetzt. „Erdogan hat mit Tränengas die Rechte der demokratischen Türkei zusammengeschossen.“ Die Regierung kündigte an, weiter genau so hart durchzugreifen. „Wer den Taksim-Platz betritt, wird als Terrorist behandelt“, sagt Europaminister Egemen Bagis. Viele Aktivisten kündigten an, jetzt erst recht nicht aufzugeben.

 

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