Protest gegen Hermès Alexandra Kamp als nacktes Krokodil in Paris

Alexandra Kamp hat nach ihrer PETA-Aktion in Hamburg nun auch in Paris nackt gegen die Verwendung von Krokodilleder bei Hermès protestiert. Foto: dpa/Instagram/Alexandra Kamp

Mit einem Nackt-Protest will Alexandra Kamp in Paris auf das Schicksal von Krokodilen aufmerksam machen, deren Haut für die luxuriöse Birkin Bag von Hermès verwendet wird.

 

Paris - Mit einem Ganzkörper-Bodypaint als Krokodil hat Schauspielerin Alexandra Kamp am Montag vor der Show der französischen Luxusmarke Hermès in Paris demonstriert. Für die begehrte Birkin Bag des Modehauses müssen nach Angaben von PETA drei Krokodile sterben.

Bereits im August hatte die 48-Jährige mit dieser Aktion vor dem Hamburger Hermès-Store Aufmerksamkeit erregt. Eine aktuelle Recherche der Tierrechtsorganisation PETA USA in zwei Reptilienfarmen in den USA (Texas) und Zimbabwe, die Gerbereien von Hermès beliefern, zeigt, wie Krokodile und Alligatoren in extrem überfüllten Gruben gehalten werden. Häufig werden die Tiere bei der Schlachtung nicht auf Anhieb getötet, sondern winden sich minutenlang im Todeskampf. So versuchte ein Arbeiter, die Alligatoren zu töten, indem er begann, ihre Genickwirbelsäule mit einem Messer zu durchtrennen. PETA fordert Hermès auf, keine Exotenleder-Produkte mehr zu verarbeiten oder zu verkaufen.

„Alle Hermès-Kunden müssen wissen: Für jede Tasche und jedes andere Produkt aus Exotenleder werden Reptilien auf brutalste Art gequält und teilweise bei lebendigem Leibe gehäutet“, erklärt Alexandra Kamp ihr Engagement für die Tiere. „Es ist unnötig, Tiere für die Herstellung von Luxusgütern ihres Lebens und ihrer Haut zu berauben. Gemeinsam mit PETA appelliere ich an Hermès, dem Beispiel von angesehenen Designern zu folgen und attraktive tierleidfreie Materialien einzusetzen.“

Die beiden von PETA USA besuchten Reptilienfarmen produzieren für Gerbereien, die Hermès angehören. Auf den Lone Star Alligator Farms in Winnie, Texas, schossen Mitarbeiter Alligatoren mehrmals mit einem Bolzenschussgerät in den Kopf. Mit einem Teppichmesser schnitten sie den Tieren in den Hals, um ihre Blutgefäße zu durchtrennen. Einige Reptilien überlebten jedoch und bewegten sich noch minutenlang in Behältern mit Eiswasser.

Weitere Aufnahmen machten PETA-Ermittler auf den Padenga Crocodile Farms in Kariba, Zimbabwe – Zulieferer von Häuten für Birkin Bags und Betreiber einer der größten Nilkrokodil-Farmunternehmen weltweit. Auf den drei Farmen wurden allein im Jahr 2014 insgesamt 43.000 Tiere getötet. Bis zu 220 Krokodile werden dort in eine Betongrube gezwängt. Der Produktionsleiter von Padenga beschreibt den Markt mit Luxustaschen als „wasserdicht“. Padenga gehören außerdem 50 Prozent des texanischen Unternehmens.

Die natürliche Lebenserwartung von Alligatoren liegt bei 50 Jahren, die von Krokodilen sogar bei 80 Jahren und mehr. Auf Zuchtfarmen werden Alligatoren allerdings schon im Alter von nur einem Jahr getötet, Krokodile mit drei Jahren.

 

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