Protest: 5500 Unterschriften Paul-Heyse-Villa: Bitte keine "Eingriffe"!

Die Villa, in der einst Paul Heyse lebte. Foto: ah

5500 Bürger wollen, dass die alte Dichter-Villa erhalten bleibt. Was jetzt passiert.

Maxvorstadt - Denkmalschutz oder Baurecht: Im Streit um eine mögliche Bebauung des Grundstücks an der Luisenstraße 22 suchen Stadt und Bauherr weiter nach einem Kompromiss. Gemeint ist das Anwesen mit der alten Villa gleich hinter der Glyptothek, in der der Dichter Paul Heyse einst residiert hat. Er war der erste deutsche Literaturnobelpreisträger, und Ehrenbürger Münchens. Nächstes Jahr im April ist sein 100. Todestag.

Inzwischen haben 5500 Bürger für den Erhalt der Villa und des Geländes an der Luisenstraße 22 unterschrieben. Sie fürchten "gravierende Eingriffe" in die Gesamtanlage. Die Liste mit den gesammelten Unterschriften liegt dem Bezirksausschuss der Maxvorstadt vor. BA-Chef Oskar Holl will sie am 10. Oktober der Stadtbaurätin Elisabeth Merk übergeben.

Der BA-Chef fasst den Wunsch der Unterzeichner so zusammen: "Wir alle wollen, dass das gesamte Ensemble erhalten bleibt. Vorne, auf der Seite, und ohne Aufopferung des Gartens."

Das Baurecht müsse, Denkmalschutz hin oder her, natürlich berücksichtigt werden, räumt der BA-Chef ein. Auch, dass renoviert werde, sei nachzuvollziehen. Der Bezirksausschuss engagiere sich jedoch dafür, "dass diese letzte kleine Villa, die nie so prächtig war wie das Lenbachhaus" erhalten bleibt. "Sie ist ein Teil des Quartiers, dass die Maxvorstädter liebevoll das Museumsquartier nennen."

Das Anwesen mit der Paul-Heyse-Villa gehört Miele-Chef Reinhard Zinkann. An der Seite zur Luisenstraße ist eine Weinhandlung. Früher verkaufte dort der Farbfabrikant Ludwig Rosner Lacke und Beize.

Auch vor einem möglichen Abriss des Gebäudes hatten CSU- und FDP-Stadträte zuvor gewarnt. Wie berichtet, zeichnet sich jedoch ab, dass dass die Dichtervilla nicht abgerissen wird. So hatte der Sprecher von Miele-Chef Reinhard Zinkann der AZ nach den Gesprächen mit der Stadt bestätigt: „Im Fokus stand ein erster Austausch über verschiedene Alternativen zur Nutzung der Liegenschaft Luisenstraße 22. Keine Alternative sieht den Abriss des Gebäudes vor.

Die Stadt beharrt weiter auf den Denkmalschutz. Ziel sei es, dass die Villa und das Nebengebäude möglichst freistehen bleiben und nicht etwa in Hinterhoflage kommen", hatte der Chef der Lokalbaukommission Cornelius Mager betont. Man sei um einen Kompromiss bemüht.

Gemeinsam mit der Stadtbaurätin wird Mager am 10. Oktober die gesammelten 5500 Unterschriften entgegennehmen. Voraussichtlich noch im Oktober seien weitere Gespräche mit dem Bauherren angedacht, heißt es bei der Stadt.  

 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. null