Private Konkurrenz droht Wird das Rote Kreuz von der Wiesn verdrängt?

Das Rote Kreuz oder ein privater Ambulanz-Dienst: Wer versorgt die Wiesn-Besucher künftig? Foto: dpa

Neben dem BRK bewirbt sich heuer erstmals auch ein privater Sanitätsdienst um die Notfallversorgung auf dem Oktoberfest.

München - Alkoholvergiftungen gehören zum täglichen Geschäft, Kreislaufzusammenbrüche und Schnittverletzungen ebenso. Dass sich auf der Wiesn Sanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) um Tausende Patienten kümmern, hat fast ebenso Tradition wie der Bierrausch an sich: Seit 1885 sind sie dabei. Doch in diesem Jahr könnte mit der Tradition gebrochen werden.

Denn 2011 forderte die EU von der Landeshauptstadt, den Wiesn-Sanitätsdienst öffentlich auszuschreiben. Und in diesem Jahr hat der BRK-Kreisverband München tatsächlich einen Konkurrenten um den Platz in der Sanitätsstation im Servicezentrum Theresienwiese. Das berichtet die Bayerische Staatszeitung. Das Münchner Unternehmen Aicher Ambulanz Union, ein kommerzieller Sanitätsdienst, hat sich demnach ebenfalls um die Notfallversorgung am Oktoberfest beworben.

Den Zuschlag erhält, wer das wirtschaftlichste Angebot vorlegt. Er gilt dann für einen Zeitraum von vier Jahren – von 2018 bis 2021. Münchens BRK-Kreisverbandschef Karl-Heinz Demenat sieht die Vergabepraxis kritisch: "Unserer Meinung nach sollte bei der Sicherstellung der medizinischen Notfallversorgung einer so wichtigen Veranstaltung nicht nur der Preis entscheiden." Vielmehr solle man beispielsweise auch die jahrelange Erfahrung des Roten Kreuzes berücksichtigen.

Derzeit läuft die Ausschreibung noch, eine Entscheidung soll aber bald fallen.

 

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