Prinzregententheater So zersägt man Frauen richtig

Wenn Sos und Victoria Petrosyan ihre „Quick Changes“, also schnelle Wechsel, durchziehen, reibt man sich nur noch die Augen. Foto: Münchenmusik

Die perfekte Illusion: „Magic!” gastiert in diesem Jahr im Prinzregententheater

 

Im letzten Jahr spielte die Show in einem Kunstmuseum. Der Zauber der lllusion entfaltete sich in prachtvollen Bilderrahmen und fiel auch gerne mal aus diesen heraus. Heuer ist das Münchner Prinzregententheater selbst der Schauplatz. Davor versammeln sich die Artisten von „Magic!” in vorweihnachtlich-winterlicher Stimmung. Das sanfte Licht eines Weihnachtsbaums und leise rieselnder Schnee ist eine große Versuchung, diesen Handlungsrahmen mit süßlichem Pathos zu verkleben.

Dieser Versuchung hat man nicht widerstanden, obwohl die Inszenierung von Stefan Warmuth auf keinen Kitsch angewiesen ist. Mit routinierter Leidenschaft und perfektem Timing rollt eine hinreißende Show ab. Als wortloser Conférencier ist wieder Ed Alonzo aus den USA dabei, und seine kleinen witzigen Einlagen sind mehr als nur Pausenclownerie. „Magic!” zeigt die klassischen Effekte der Illusionisten-Zunft auf dem aktuellen Stand – auch wer schon früher mal zugesehen hat, wie schöne junge Frauen zersägt oder in winzigen Schachteln zusammengefaltet von Schwertern durchbohrt werden, lässt sich von der dynamischen und temporeichen Performance des deutschen Trios „Magic Unlimited” immer gerne neu beeindrucken.

Wer andererseits morgens beim Anziehen zu viel Zeit vertrödelt, sollte sich den Trick von Sos & Victoria Petrosyans „Quick Changes” genau abschauen. Um einen Wimpernschlag weniger als einem Augenblick wechselt das russische Pärchen komplett die Garderobe.

Verträumter geht es bei den „Les chapeaux blancs” aus Frankreich zu, die Weiße Magie aus Schwarzem Theater zaubern. Mit Schwarzlicht und weißen Anzügen malen sie poetische Räume für komische Fantastik. Auch der absolute Knaller des Programms kommt aus Frankreich: Dani Lary fliegt mit einem Flügel. Wer meint, der Zweck eines Flügel sei es, mit ihm zu fliegen, dachte dabei wohl nie an einen Konzertflügel, um mit ihm meterhoch über einer Bühne kopfüber zu schweben.

Prinzregententheater, bis 28. Dezember, 15.30 und 19.30 Uhr, Tel. 2185 – 2899

 

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