Preis wird wieder aberkannt SemperOpernball kurios: Al-Sisi bekommt Orden nicht

Abdel Al-Sisi, Präsident von Ägypten, spricht beim Afrika-Gipfel "UK-Africa Investment Summit 2020". Foto: att Dunham/AP POOL/dpa

Das Desaster um den diesjährigen SemperOpernball hat seinen unrühmlichen Höhepunkt erreicht: Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi wird sein St.-Georgs-Orden wieder aberkannt. Die Hintergründe sind merkwürdig.

 

Dresden - Der Dresdner SemperOpernball-Verein macht die umstrittene Verleihung seines St.-Georgs-Ordens an Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi rückgängig. 

Die Auszeichnung werde ihm wieder aberkannt, das habe Ballchef Hans-Joachim Frey nach einem Treffen mit Rocksänger Peter Maffay am Dienstag entschieden, sagte Pressesprecher Holger Zastrow der Deutschen Presse-Agentur. Darüber hatte zuerst "saechsische.de" berichtet. Maffay, der für den Mitternachts-Act beim Ball gebucht ist, hat auf die Aberkennung bestanden. Angaben dazu, wie das erfolgen soll, machte Zastrow nicht.

Al-Sisi zunächst als "Hoffnungsträger und Mutmacher" gepriesen

Die Ehrung von Al-Sisi, der nach einem Militärputsch an die Macht kam und hart gegen Kritiker und Oppositionelle vorgeht, als "Hoffnungsträger und Mutmacher eines ganzen Kontinents", "Brückenbauer und Friedenstifter" vor gut einer Woche in Kairo hatte Empörung und Protest ausgelöst.

SemperOpernball: Gäste, Laudatoren und Moderatoren sagen ab

Die als Co-Moderatorin engagierte "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers sagte ebenso ab wie die für sie benannte Mareile Höppner.

Auch Schlagersänger Roland Kaiser distanzierte sich, entschied sich nach der Entschuldigung von Frey aber doch, durch den Abend zu führen. Nach Absagen von Preisträger und SAP-Gründer Dietmar Hopp und Fußballmanager Uli Hoeneß als Laudatoren hatte der Ballverein erklärt, dass es diesmal keine weiteren Ehrungen geben und komplett auf die Ordensverleihung verzichtet werde.

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