Praktische App "ResQ-Club": Essen retten und dabei Geld sparen

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Gerettet! Susanne Schamberger hat das Lachsbrötchen über ResQ für 1,90 Euro verkauft. Im normalen Betrieb kostet es das Doppelte. Bestellt wird ganz bequem über die App. Foto: Menrad

In einer App können Restaurants Gerichte anbieten, die sich nicht verkauft haben. Das Essen ist bis zu 70 Prozent günstiger.

 

München - Die kleinen, süßen Teilchen, Baguettes und Croissants werden am Abend zerkleinert, mit Milch übergossen und mit Kirschen zu einem Bettlerkuchen gebacken. Die Quiche schmeckt auch am nächsten Tag gut. Salate nehmen die Mitarbeiter nach Hause mit. "Nur die Brezn müssen wir wegwerfen, weil wir als französisches Bistro keine Breznknödel machen", sagt Bistromanagerin Susanne Schamberger (28).

Das neu eröffnete Bonjour Munich in der Parkstadt Schwabing ist mit seiner Philosophie, so wenig wie möglich wegzuwerfen, eine Ausnahme. Denn ein Betrieb wirft im Jahr laut einer WWF-Studie durchschnittlich 5.200 Kilo Lebensmittel weg – im Wert von 9.600 Euro.

Die App ResQ-Club, die es jetzt für München gibt, hat der Lebensmittelverschwendung den Kampf angesagt. Gewinner sind Kunden und Gastronomen. Natürlich ist das Café mit Cateringservice Bonjour Munich dabei, so wie 50 andere Münchner Betriebe.

Per App Essen auswählen, abholen und sparen

So funktioniert es: Restaurants, Delis und Imbisse stellen Mittagsgerichte, Sandwiches oder Gebäck, das sie voraussichtlich nicht mehr verkaufen, über die App online – etwa 40 bis 70 Prozent günstiger als im normalen Verkauf. "Wenn man erstmal die Vorlagen angelegt hat, geht das mit wenigen Klicks", sagt Schamberger.

Die Kunden sehen am Computer oder im Smartphone Angebote in ihrer Nähe oder können sich benachrichtigen lassen, wenn etwas in ihrem Umfeld angeboten wird. Dabei können sie auch nach Lebensmittelunverträglichkeiten oder vegetarisch und vegan filtern. Wer sich ein Essen ausgesucht hat, kauft es über ResQ mit seiner sehr verständlichen Handhabung und muss es bis zu einer angegeben Zeit – meist Ladenschluss – abholen. Dabei zeigt der Kunde nur sein Handy vor und hat bereits über ResQ bezahlt.

In der Innenstadt ist die Dichte an ResQ-Restaurants bereits hoch, es beteiligen sich mehr und mehr Betriebe im ganzen Stadtgebiet: Der Brenner Operngrill ist dabei, die Kaimug-Garküchen, Sasou am Marienplatz, The Victorian House und die Kaffeeküchen in Haidhausen. Als erste Kantine ist die der Staatskanzlei dabei.

Damit nicht mehr jede zehnte Mahlzeit in München weggeworfen wird.

 

0 Kommentare