Präsidium, Investor, Geldgeber TSV 1860: Machtkampf um Magath?

Läutet Felix Magath das große Löwen-Beben ein? Foto: Augenklick/AZ-Collage

Der Ex-Trainer des FC Bayern ist bei den Löwen im Gespräch. Als Nachfolger von Poschner – oder gar als Sportchef und Trainer in Personalunion? Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema

 

Was sagt der Investor zur Magath-Lösung?

Wahrscheinlich: Nein! Ismaik drängte zwar darauf, einen großen Namen wie Sven-Göran Eriksson bei den Löwen zu installieren. Er hatte sich bereits vor zwei Jahren am Rande des Grand Prix der Formel 1 in Barcelona auch mit Magath getroffen – und diesen im Anschluss abgelehnt. Wohl deshalb, weil sich beide nicht verstanden. In der Winterpause folgte jetzt das zweite Veto des Investors bezüglich Magath. Die Konsequenz: Magath würde wohl nur kommen, wenn Ismaik seine Meinung doch noch ändert (was äußerst unwahrscheinlich ist) oder die Löwen ihren Investor loswerden. Grundsätzlich eine irre Idee, seinen eigenen Geldgeber abzustoßen. Angesichts der Funkstille zwischen Präsident Gerhard Mayrhofer und Ismaik und dem schon länger geplanten Vorhaben, ebenjene Loslösung von dem Jordanier voranzutreiben aber zumindest von Seiten der Löwen denkbar.

Gäbe es Alternativen als Geldgeber?

Offensichtlich. Wie die „SZ“ berichtet, habe Günter Netzer, Boss des neuen Löwen-Vermarkters Infront, einen Kandidaten parat, der Ismaik die Anteile abkaufen würde – allerdings ob des derzeit niedrigen Marktwerts der Löwen wohl kaum für die kolportierten über 40 Millionen Euro, die Ismaik bereits in den TSV 1860 investiert hat. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht dürfte Ismaik daher kaum schwach werden, auch Basha bestätigte zuletzt, dass keinerlei Interesse vorhanden sei, auszusteigen.

Welche Rolle spielt das Präsidium um Gerhard Mayrhofer?

Nach AZ-Informationen hat der Verwaltungsrat der Löwen am Mittwochabend einstimmig gegen Poschner votiert – ein Urteil, das dem Präsidium um Mayrhofer die Entlassung Poschners zwar nicht vorschreibt, aber eine klare Sprache spricht. In einer Beiratssitzung könnte der Verein an Investor Hasan Ismaik vorbei entscheiden, dass der Sportchef gehen muss. Laut „SZ“ sei die Beiratssitzung von Aufsichtsrat Karl-Kristian Bay bereits einberufen worden.

In einer solchen Sitzung der Geschäftsführungs-GmbH (mit Mayrhofer, Bay, Ismaik und Basha) könnte zur Not Poschner bei einer Patt-Situation dank der 50+1-Regel, die dem Verein die Handlungs-Hoheit garantiert, entlassen werden. Sollten die Löwen weiter auf Ismaik angewiesen sein, werden sie ihn dadurch aber nicht verprellen wollen. Auf Nachfrage der AZ wollten die Löwen weder dazu noch zur Personalie Magath Stellung beziehen.

 

18 Kommentare