Präsident des FC Bayern Uli Hoeneß spricht erstmals über ein Karriereende 2019

Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern hat sich offen Gedanken über ein Karriereende gemacht. Foto: Sven Hoppe/dpa

Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern spricht über das Ende seiner Karriere und die Zukunft von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge: "Wir hören nicht gleichzeitig auf." Im Sommer 2019 könnte es große Transfers geben.

München - Der FC Bayern ohne Uli Hoeneß? Für die meisten Fans unvorstellbar. Doch im Alter von nun 66 Jahren beschäftigt sich der mächtige Patron des Klubs langsam aber sicher mit dem Ende seiner Karriere. Es werde die "wichtigste Aufgabe" für ihn und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sein, Bayern "in der Führung in den nächsten zwei, drei Jahren auf die Zukunft vorzubereiten", sagte Hoeneß am Sonntag in der Sky-Sendung "Wontorra – der Fußball-Talk". AZ hat bereits drei mögliche Kandidaten für die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge unter die Lupe genommen.

Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden läuft Ende 2019 aus. Hoeneß ist bis November 2019 als Präsident gewählt. Er kündigte als Aufsichtsratsvorsitzender an, in nächster Zeit zunächst Rummenigge zu fragen, "ob er über 2019 hinaus weitermacht, was ich sehr begrüßen würde". Hoeneß ließ offen, ob er 2019 wieder kandidieren werde. Abschiedsgedanken beim Bayern-Boss!

Hoeneß: Werde nicht gleichzeitig mit Rummenigge aufhören

Klar ist für Hoeneß aber, dass er nicht gleichzeitig mit Rummenigge aufhören will. "Das wäre sehr unklug, wenn wir das machen würden. Es geht nicht, dass wir beide gleichzeitig aufhören. Das können wir dem Verein nicht antun", sagte er. Die Lücke nach ihnen werde ohnehin "extrem und sehr groß sein. Das wird eine schwierige Zeit."

Worüber Hoeneß in der Sendung sonst noch sprach: Die AZ fasst seine wichtigsten Aussagen zusammen.

Uli Hoeneß über...

...Trainer Niko Kovac: "Er ist jetzt seit sechs Wochen da, aber schon jetzt kann man sagen, dass wir den richtigen Trainer geholt haben. Er hat das Bayern-Gen und er weiß, was man von ihm erwartet. Es wird hart gearbeitet, es wird wieder auf Disziplin Wert gelegt. Die Spieler haben nicht mehr so viele Freiheiten. Deshalb bin ich hundertprozentig davon überzeugt, dass wir eine sehr gute Saison spielen werden."

...Thomas Tuchel und die Trainersuche: "Erste Wahl war Jupp Heynckes. Und als er abgesagt hat, haben wir uns für Niko Kovac entschieden. Thomas Tuchel hat ja nie abgesagt, er hatte nur vorher in Paris zugesagt. Dem hat es einfach so lange gedauert, dass wir auf Jupp Heynckes so lange gewartet haben. Bei einem so großen Trainer wie Heynckes wartet man bis zum allerletzten Tag und da ist er nervös geworden und hat in Paris zugesagt, was ich akzeptieren muss. Aber ob er jetzt der bessere Trainer ist als Niko Kovac, das werden wir am Ende der Saison sehen. Das Märchen, dass er unsere erste Wahl war, ist einfach falsch. Wir haben Tuchel kein konkretes Angebot gemacht."

...Transfers beim FC Bayern: "Am besten ist, man hat einen ausgewogenen Kader, aber wir haben uns schon Gedanken gemacht und wir sammeln im Moment ein bisschen Geld ein, für den Fall, dass wir nächstes Jahr ein bisschen größer einkaufen müssen. In diesem Jahr sahen wir es nicht als notwendig an. Ich muss ehrlich sagen, dass ein Fußballspieler, der 200 Millionen kostet, 50 oder 60 Millionen im Jahr verdient, das kann der FC Bayern ja irgendwann machen, aber ich mache das nicht mit. Selbst wenn wir 500 Millionen auf dem Konto hätten, würde ich keinen 200-Millionen-Transfer machen."

Uli Hoeneß: Wir müssen wieder bescheidener werden

...Robert Lewandowskis Wechselwunsch: "Robert Lewandowski hatten wir immer im Griff, nur seinen Berater nicht. Dem haben wir keine Gesprächszeit gegeben. Karl-Heinz, Hasan und ich haben uns fest vorgenommen, dass wir stur bleiben. Wir wollen der Fußballwelt beweisen, dass auch bei Angeboten, die weit über 100 Millionen liegen, ein Verein mal Nein sagt. Und das werden wir durchziehen, egal was die nächsten Tage noch passiert. Ich bin überzeugt, dass man Angebote bis zu 150 Millionen hätte haben können."

...das Ziel Champions-League-Sieg: "Wir müssen wieder ein bisschen bescheidener werden. Ja, ich möchte das Champions-League-Finale erreichen, ich möchte Champions-League-Sieger werden, aber ich möchte das nicht mit Schulden erkaufen und nicht von irgendeinem Mann abhängig sein, der heute in Fußball investiert und übermorgen in Pferde. Wir müssen unsere Fans und Mitglieder zufrieden stellen mit möglichst großem Erfolg, aber in einem Gesamtpaket – möglichst seriös und wirtschaftlich. Das halte ich für wichtiger."

...Financial Fairplay: "Dieses ganze Financial Fairplay können Sie in die Tonne klopfen, das ist sowieso nichts wert. Es wird jedes Jahr ad absurdum geführt. Wenn Paris einen Spieler will, werden sie Möglichkeiten finden. Man kann einen Spieler für ein Jahr ausleihen und einen Kaufvertrag für das nächste Jahr machen, dann fließt das Geld erst nächstes Jahr und schon ist das Financial Fairplay umgangen."

...die Aufarbeitung des deutschen WM-Debakels: "Ich finde es klug, dass man erst in aller Ruhe die Analyse macht. Aber man muss sich Gedanken machen, wenn Deutschland in einer vermeintlich leichten Gruppe Letzter wird. Das ist ein Alarmzeichen."

...Joachim Löw: " Er hat ja nunmal einen Vertrag. Es ist also normal, dass er erklären kann, ob er diesen Vertrag weiter erfüllt. Dieselben Leute, die das jetzt kritisieren, haben den Präsidenten vorher unter Druck gesetzt, wie man den armen Jogi Löw nicht verlängern und ihm das Vertrauen schenken kann. Er hat beim DFB hervorragende Arbeit geleistet, sowas schmeißt man nicht einfach weg. Aber Löw muss sich selbst hinterfragen, was schief gelaufen ist."

 

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