Präsentation im Grünwalder Stadion Neuer 1860-Geschäftsführer: Ayre, der Anpacker

Am Montag tritt Ian Ayre sein Amt als Löwen-Geschäftsführer an. Foto: imago/BPI

Der neue Löwen-Boss tritt am Montag sein Amt als Geschäftsführer an. Präsident Peter Cassalette: "Wir gehen mit Ayre in eine neue Ära." Die AZ zeigt dessen wichtigste Baustellen.

München -
Hier wehen sie noch, die alten Winde erfolgreicher Löwen. Hier erspielte man seine einzige Meisterschaft. Hier, im Grünwalder Stadion, liegt die Heimat der Sechzger. Heute kehren sie wegen eines Mannes, der Baumeister künftigen Erfolgs und womöglich einer neuen alten Heimstätte sein soll, zurück.

 

"Seine Vorstellung an diesem Ort ist ein Symbol. Er soll unsere geschichtsträchtige Heimat gleich einmal kennenlernen", erklärte Präsident Peter Cassalette der AZ über die Vorstellung von Neu-Geschäftsführer Ian Ayre heute ab 12.30 Uhr in der Stadiongaststätte.

Dort zeigt sich der 53-jährige Neu-Münchner, Ex-Boss des FC Liverpool, bei bayerischem Buffet der Öffentlichkeit. "Er macht einen unheimlich freundschaftlichen Eindruck, ist ein umgänglicher Typ", beschreibt Cassalette den Briten, der mit der geballten Erfahrung eines Jahrzehnts in diversen Führungspositionen bei den Reds nun die Blauen in eine bessere Zukunft führen soll. Die AZ zeigt, was Ayre bei den Giesingern anpacken muss.

1860 erstklassig machen: Success! Erfolg! Das ist es, was über allem steht und unter dem Strich herauskommen soll – Rückkehr in die Bundesliga. Cassalette: "Die Verpflichtung von Ian Ayre ist ein Meilenstein für uns. Wir gehen stark in eine neue Ära mit Ayre, mit Vitor Pereira und einer guten Mannschaft. Wir können hoffentlich nächstes Jahr um den Aufstieg mitspielen und wollen hier etwas aufbauen." In Hasan Ismaiks Investor-Träumen mag sich bereits ein anderes Bild abzeichnen: 1860 auf Augenhöhe mit den Top-Teams Europas.

Ayre pflegt kommunikative Umgangsformen

Professionalisierung vorantreiben: Laut Ismaik habe sich Ayre "beim FC Liverpool einen großen Namen gemacht, ich wünsche ihm auch bei uns ein glückliches Händchen als Geschäftsführer". Sechzig bestach zuletzt nicht durch Professionalität, es herrschte Chaos. Ayre langjährige Erfahrung und ordnende Hand sollen das ändern. "Er wird dafür sorgen, dass noch ein bisschen mehr Professionalität Einzug erhält", so Cassalette, dessen äußerst frommer Wunsch so lautet: "Wir werden ein ruhig arbeitender Zweitligaverein sein."

Power-Scherben zusammenkehren: Mitarbeiter-Kündigungen, Medienboykott, Abschottung: Ismaiks Statthalter Anthony Power hat sich bei 1860 wohl nur wenige Freunde gemacht. "Manche Dinge", so Cassalette, "wird Ayre im Arbeitsalltag auch mit einer gewissen Härte angehen. Er ist aber einer, der mit den Leuten spricht und kommunikative Umgangsformen pflegt." Im Gegensatz zu Power, hätte er ergänzen können. Power werde laut Ismaik übrigens in München bleiben und "projektbezogen" für dessen Unternehmen HI² arbeiten.

Kaderplanung angehen: Zuletzt gab es laut mehreren Beratern mangels Sportchef und Powers Know-How im sportlichen Tagesgeschäft keinen echten Ansprechpartner für Vertragsverhandlungen. Ayre muss zusehen, den im Winter begonnenen Umbruch weiter voranzutreiben, neue internationale Spieler werden kommen. Aber auch mit dem ein oder anderen Akteur Identifikationsfigur Maximilian Wittek steht eine Entscheidung an. Wie ein weiterer Ismaik-Post über die abstiegsbedrohte Jugend zeigt, soll spiele in diesem Gesamtkonzept auch die Jugend eine Rolle.

Stadionfrage lösen: Mit Ayre werde man "alles Menschenmögliche versuchen, wieder im allseits geliebten Grünwalder" zu spielen, so Ismaik. OB Dieter Reiter war am Sonntag mit der Rathaus-SPD mit einer Sondertram quer durch die Stadt unterwegs. Am Grünwalder Stadion fuhr die Straßenbahn nicht vorbei. "Da ist schon alles gesperrt wegen der Umbauarbeiten", witzelte ein Stadtrat. Reiter äußerte sich ernster. "Ich war schon mit meinem Vater auf Giesings Höhen, da war der Herr Ismaik noch gar nicht geboren", so Reiter. "Ich könnte es mir vielleicht noch mit einer Kapazität von 20 000 Zuschauern vorstellen", sagte er. Über einen Neubau an der Stelle oder eine Kapazität von 50 000 aber lohne es sich "nicht einmal nachdzuenken".

 

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