Porträt Rupert Stadler: Der Kämpfer

Als erster Nicht-Ingenieur und mit gerade mal 43 Jahren wurde Rupert Stadler 2007 Audi-Vorstandschef. Foto: Marijan Murat/dpa

Rupert Stadler führte Audi zum Erfolg - und in die Krise. Jetzt steht er noch einmal im Rampenlicht.

 

München - Seit einem Jahr ist Rupert Stadler aus der Öffentlichkeit verschwunden. Demnächst könnte ihm wider Willen noch einmal ein großer Auftritt bevorstehen - als Angeklagter vor dem Landgericht München.

Der Bauernsohn aus dem oberbayerischen Landkreis Eichstätt hat eine steile Karriere hinter sich. Er studierte Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Augsburg, fing bei Audi im Vertrieb an, wurde Bürochef von VW-Konzernchef Ferdinand Piëch in Wolfsburg. Der schickte ihn 2003 als Audi-Finanzvorstand nach Ingolstadt zurück. Als erster Nicht-Ingenieur und mit gerade mal 43 Jahren wurde er 2007 Vorstandschef, als Nachfolger von Martin Winterkorn, der VW-Konzernchef wurde. 2015 wurde er sogar als Nachfolger von Winterkorn gehandelt.

Dann aber flog der Dieselskandal auf. Winterkorn und sechs Audi-Vorstände gingen - Stadler blieb. Er trage keine Schuld, nicht einmal im Falle einer Anklage sähe er einen Grund für einen Rücktritt, sagte er. "Ich bin ein Kämpfer!", betonte er. Selbstbewusst und aufgeräumt präsentierte er Anfang 2018 seinen "Angriffsplan 2022" und zeigte sich optimistisch, dass er die Früchte als Vorstandschef selbst ernten werde. Wenig später nahm ihn die Justiz in Untersuchungshaft, Audi berief einen Nachfolger. Die Ära Stadler war vorbei.

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