Pop Neubeginn in Nashville

Wer ist der Coolste im Musikgeschäft? Sicher nicht der Herr in Rosa! Von links: Damian Marley, Joss Stone, Dave Stewart und Mick Jagger beim Videodreh als neue Band SuperHeavy. Foto: AP

Dave Stewarts ganz erstaunliches Album „The Blackbird Diaries”

 

Im mindestens dritten Frühling seiner Karriere ist Dave Stewart so umtriebig wie selten zuvor: Der Ex-Eurythmics-Kreativkopf hat für Stevie Nicks und Joss Stone neue Alben geschrieben und produziert, und zusammen mit Mick Jagger die neue Gruppe SuperHeavy ins Leben gerufen (unterstützt von Joss Stone, Damian Marley und A.R. Rahman), deren Debütalbum am 20. September erscheint.

Ganz nebenbei ist ihm noch ein großer Wurf geglückt: In Nashville hat der 58-jährige Brite seine gesamte musikalische Vergangenheit über Bord geworfen und nach allerlei kommerziell wenig erfolgreichen Projekten (The Spiritual Cowboys, Vegas) ein beeindruckendes Soloalbum aufgenommen. So rockig, erdig, authentisch und entspannt wie auf „The Blackbird Diaries” hat er noch nie geklungen.

Zwei Titel erinnern mehr an die Stones als alles, was Keith & Co. in den letzten zwei Jahrzehnten veröffentlicht haben, Stewart ist genialer Stilimitator. „Magic in The Blues” könnte ebenso von Johnny Cash stammen, und bei der Ballade „Cheaper Than Free” mit Stevie Nicks weint nicht nur die Steelgitarre.

Wenn er mit den neuen Shootings-Stars der Countryszene, den Secret Sisters, mit „Country Wine” an den 50er Jahren nippt, dann sieht man Sheriff Stewart entspannt auf seiner Holzveranda sitzen. „Life is sweet”, singt er im Vollbesitz seiner neuen amerikanischen Gelassenheit. Doch halt, da reitet am Horizont schon ein britisches Super-Ego heran. Ob Jagger es geschafft hat, diesen Stewart in Hochform bei SuperHeavy an seiner Seite gewähren zu lassen?

Dave Stewart: „The Blackbird Diaries” (Surfdog)

 

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