Pollen, Symptome, Therapie Heuschnupfen: Die wichtigsten Fragen

Im Frühling sprießen Gräser und Co. - ein großes Problem für Allergiker Foto: ddp images

Mit dem Frühling kommt für viele auch der Heuschnupfen. Pollen von Bäumen und Gräsern haben Hochsaison. Diplom-Oecotrophologin Sonja Lämmel beantwortet die wichtigsten Frage für Allergiker.

 

München - Im Frühling hat der Pollenflug und somit auch Heuschnupfen Hochsaison. Laut Diplom-Oecotrophologin Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) leiden in Deutschland rund 16 Prozent der Bevölkerung an einer Pollen-Allergie, Tendenz steigend. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news beantwortet die Expertin die wichtigsten Fragen zu Diagnose, Symptomen und Therapie.

Welche Pollen lösen Heuschnupfen aus?

Sonja Lämmel: Die meisten Pollen-Allergien werden hauptsächlich durch Frühblüher wie Hasel, Erle oder Birke und Gräser wie Roggen und Beifuß ausgelöst. Inzwischen kommt auch das eingeschleppte beifußblättrige Traubenkraut als möglicher Allergieauslöser in Frage.

Welche Symptome treten auf?

Lämmel: Sobald die Pollen mit den Schleimhäuten von Allergikern in Berührung kommen, wird eine Reaktion ausgelöst. Die äußert sich unter anderem in Augentränen und -jucken, Niesreiz, Fließschnupfen, verstopfter Nase, Atemnot bis hin zum Asthma bronchiale, Hautreaktionen, Kopfschmerzen und auch Schlafstörungen. Die Stärke der Beschwerden ist von der Pollenkonzentration abhängig, die durch Temperatur, Witterung und Windverhältnisse beeinflusst wird. Gesundheitszustand und seelische Verfassung des Patienten spielen auch eine Rolle.

Wie kann ich herausfinden, welche Pollen genau die allergische Reaktion hervorrufen?

Lämmel: Zur Erkennung einer Pollenallergie werden Hauttests durchgeführt, bei denen Pollenextrakte auf die Haut aufgebracht beziehungsweise unter die Haut gespritzt werden. Ergänzend gibt es eine Blutuntersuchung, bei der im so genannten RAST-Test Antikörper gegen die jeweiligen Pollen nachgewiesen werden können. Der sicheren Diagnose kann zusätzlich ein Provokationstest dienen, bei dem die verdächtigen Pollen zum Beispiel auf die Nasenschleimhaut aufgebracht werden, um die Symptome zu provozieren.

Kann man denn auch erst im Laufe seines Lebens Allergiker werden?

Lämmel: Auch im höheren Lebensalter kann man noch eine Allergie entwickeln. Es ist ebenfalls möglich, dass schon längst vergessene Allergiebeschwerden, die jahrelang verschwunden waren, im Alter wieder verstärkt auftreten. Forscher träumen davon, endlich das "Wie", "Wann" und "Warum" bei der Entschlüsselung von Allergien umfassend aufzuklären. Wären die Zusammenhänge der Allergieentwicklung geklärt, könnten womöglich Vorsorgemaßnahmen entwickelt werden, damit Allergien gar nicht erst entstehen.

Warum bekommen immer mehr Menschen Heuschnupfen?

Lämmel: Zum Anstieg allergischer Erkrankungen gibt es viele Erklärungsmodelle, wobei sicherlich nicht ein Punkt allein die Zunahmen erklärt. Vielmehr kommen verschiedene Aspekte zusammen. Im Säuglingsalter nimmt immer häufiger die natürliche Immunität ab. Aber auch Erwachsene erkranken immer häufiger neu an Allergien, so dass auch äußere Einflüsse, zum Beispiel Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Zusätzlich nimmt die Allergen-Belastung zu und die Allergene - in dem Fall die Pollen - werden aggressiver.

Wie lässt sich Heuschnupfen therapieren?

Lämmel: Bei der Hyposensibilisierung, der einzigen ursächlichen Therapie wird dem Betroffenen das entsprechende Allergen zugeführt, um einen Gewöhnungseffekt und somit eine Beschwerdeabnahme oder sogar -freiheit zu erreichen. Es sollen nicht nur die Symptome gelindert werden, auch das Risiko für die Entwicklung eines Asthma bronchiale und die Entstehung von Neusensibilisierungen soll gesenkt werden.

Was hilft, die Symptome so gering wie möglich zu halten?

Lämmel: Pollenflugvorhersagen beachten, aber auch kritisch hinterfragen. Da es keine flächendeckenden Vorhersagen gibt, hat der DAAB das Projekt "Pollentrend" gestartet. Allergische Beschwerden auf wichtige Pflanzenpollen können so bundesweit gemeldet werden, das bietet eine zusätzliche Orientierungshilfe. Außerdem sollte man seine Haare vor dem Zubettgehen waschen. Kleidung sollte man nicht im Schlafzimmer ausziehen und während des Pollenflugs nicht draußen trocknen. An die Fenster können Pollenschutzgitter angebracht werden. Eine regelmäßige Nasendusche kann helfen, die Pollen aus der Nase zu spülen.

 

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