Polizistin weiter in Lebensgefahr Immer mehr Gewalt gegen Polizisten

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
, aktualisiert am 13.06.2017 - 20:38 Uhr

 

Wegen der steigenden Gewalt will die Bundesregierung die Gesetze ändern. Quelle: imago

Spucken, schlagen, pöbeln: Gewalt gegen bayerische Polizeibeamte nimmt zu. Das belegen Zahlen des Staatsministeriums. Denen zufolge wurden im Jahr 2015 insgesamt 14 928 Polizisten und Rettungskräfte in Bayern angegriffen, Im Jahr zuvor waren es noch 14.531 Fälle.

Bei den Übergriffen handelt es sich bei rund 41 Prozent um Beleidigungen, 30 Prozent waren Körperverletzungen und 19 Prozent Widerstände gegen Vollzugsbeamte. Besonders erschreckend: In der Statistik tauchen auch acht versuchte Tötungsdelikte auf.

Bundesweit wurden im Jahr 2015 insgesamt 64.371 Polizeibeamte im Dienst Opfer einer Straftat – über 5.300 mehr als noch im Jahr 2013.

Zahlen für das Jahr 2016 liegen noch nicht vor, das Innenministerium rechnet aber mit einem weiteren Anstieg der Gewalt. Ein besonders tragischer Fall ereignete sich Mitte Oktober vergangenen Jahres: In Georgensgmünd (Landkreis Roth) schoss ein Anhänger der Reichsbürger-Bewegung auf Polizisten. Dabei tötete er einen 32-jährigen Beamten und verletzte einen weiteren.

Wegen der zunehmenden Gewalt beschloss die Bundesregierung Anfang des Jahres einen Gesetzesentwurf, der die Einsatzkräfte künftig besser schützen soll. Darin vorgesehen ist eine Mindeststrafe von drei Monaten für Angriffe auf Polizisten. Bisher konnten derartige Taten auch mit Geldstrafen geahndet werden.

Die Gesetzesnovellierung sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, findet auch die Polizeigewerkschaft. "Aber es gibt noch immer viel zu tun. Jeder verletzte Kollege ist einer zu viel", so Sven Hüber, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft in der Bundespolizei.

 

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