Polizeigewerkschaft klagt an Kölner Hauptbahnhof unsicher, weil Polizisten bayerische Grenze schützen?

Nach den sexuellen Übergriffen vor dem Kölner Hauptbahnhof steht die Polizei in der Kritik. Foto: dpa

Bei der Aufarbeitung der Vorfälle am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht wird der Ton rauer. Nachdem Innenminister de Maizière die Polizei kritisierte, kontert deren Gewerkschaft nun und macht den Minister indirekt für die Vorfälle mitverantwortlich.

Köln -  Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wegen seiner Kritik an der Kölner Polizei scharf angegriffen. "Ich glaube nicht, dass es ein guter Stil ist, wenn der Bundesinnenminister in aller Öffentlichkeit die Landespolizei und die Einsatzleitung dort kritisiert", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt am Mittwoch dem Radiosender HR-Info. "In dieser Weise pauschal über die Polizei in Köln herzufallen, das ist unanständig. Das gehört sich einfach nicht."

Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln hatte de Maizière gesagt, erst den Platz zu räumen und dann abzuwarten, bis Anzeigen kämen - so dürfe die Polizei nicht arbeiten.

Zugleich machte Wendt den Minister indirekt mitverantwortlich: "De Maizière muss die Frage beantworten, wo eigentlich die vielen Bundespolizisten waren, die am Kölner Hauptbahnhof eigentlich auf dem Dienstplan stehen." Eigentlich unterlegt die Sicherung von Bahnhöfen der Bundespolizei und nicht der städtischen Polizei. Doch die Kölner Bundespolizisten würden schon seit Monaten "zweckentfremdet" in Bayern für die Grenzsicherung eingesetzt. "An vielen Bahnhöfen ist die Bundespolizei massiv unterrepräsentiert. Einige Dienststellen können überhaupt nicht mehr und andere nicht mehr rund um die Uhr besetzt werden. Darum muss sich der Bundesinnenminister kümmern."

Wendt forderte als Konsequenz aus den Kölner Vorfällen mehr Personal bei der Polizei und mehr Videoüberwachung.

 

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