Polizeigewalt bei Piräus Stockschläge im Gästeblock: FC Bayern legt Beschwerde bei UEFA ein

Brutales Vorgehen der griechischen Polizei. Reporter berichteten später von Blutlachen im Bayern-Block. Foto: dpa

Nachdem die griechische Polizei beim Champions-League-Spiel gegen Piräus brutal gegen Bayern-Anhänger vorgegangen war, hat der FC Bayern offiziell Beschwerde bei der UEFA eingelegt.

 

München – Es war der Aufreger der Champions-League-Partie des FC Bayern in Athen gegen Olympiakos Piräus (3:0). Mit brutaler Gewalt hatten griechische Sicherheitkräfte noch vor Beginn des Spiels mit Schlagstöcken auf die Anhänger des FC Bayern eingeknüppelt. Eine Reaktion auf den Austausch von Drohgebärden und Provokationen zwischen den beiden Fan-Lagern - eine nicht akzeptable Überreaktion, wie die Bayern-Bosse nach dem Spiel verlauten ließen.

"Wir werden intern besprechen, ob wir eine Beschwerde bei der UEFA einreichen. Wir müssen die Dinge erst einmal bewerten und dann darüber befinden, ob wir eine Protestnote hinterlegen", hatte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Donnerstagabend nach der Sitzung des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union in St. Julian's/Malta angekündigt.

Dies ist jetzt geschehen. Nach der ausführlichen Auswertung der Informationen zu dem Vorfall erklärte Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick In einer offiziellen Pressemitteilung am Montag:

"Auf Grund einer Kettenreaktion kam es vor dem genannten Spiel zu Auseinandersetzung zwischen der griechischen Polizei und Fans des FC Bayern. Anhänger unserer Mannschaft hatten auf Provokationen aus einem Olympiacos-Fanblock mit ebenfalls provozierenden Gesten reagiert. Daraufhin rückten Polizeikräfte in den Bayern-Block ein und gingen dort vehement und mit großer Aggressivität gegen unsere Anhänger vor. Einige Bayern-Fans trugen Verletzungen davon und mussten behandelt werden.

Der FC Bayern hat gegen dieses unverhältnismäßige Vorgehen der griechischen Polizei bei der UEFA eine Protestnote hinterlegt.

Der FC Bayern möchte an dieser Stelle aber auch ausdrücklich vermerken, dass die Zusammenarbeit – auch im Bereich der Sicherheit – zwischen den Klubs Olympiacos FC und dem FC Bayern bei diesem Spiel sehr eng und vertrauensvoll war. Der FC Bayern erwartet bei all seinen Spielen einen gewaltfreien und respektvollen Umgang aller Beteiligten und Zuschauer."

Insgesamt hatten 1700 Fans die Mannschaft nach Piräus begleitet. Der erste Auftritt des deutschen Meisters in Griechenland seit 1983 war bereits im Vorfeld zum Hochrisikospiel eingestuft worden. Die Münchner Fans wurden frühzeitig per Shuttle-Bussen unter Polizeischutz ins Stadion gebracht. In der Vergangenheit ist es bei Spielen von Olympiakos häufig zu Ausschreitungen gekommen.

 

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