Polizeibericht von Samstag Wiesn-Blaulicht: Attacke mit Bierflasche und illegaler Drohnenflug

Störenfriede auf dem Oktoberfest landen zunächst auf der Wiesnwache. Foto: Michael Burner / Onlineredaktion

Am Italienerwochenende gibt's für die Polizei mehr zu tun, als an einem normalen Wiesntag: Maßkrugschlägerei, Angriff mit einer zerbrochenen Bierflasche und ein unerlaubter Drohnenflug über dem Festgelände – die Polizeibilanz von Samstag.

München - Das tägliche Wiesn-Blaulicht der Münchner Polizei: Diesmal unter anderem mit Angriffen auf Sicherheitsdienstler und Polizisten, einem betrunkenen Soldaten der aufs Dach eines Festzeltes kletterte und einem Graffitisprayer, der eine historische Geisterbahn vollschmierte.

 

Das Wiesn-Blaulicht der Polizei von Samstag

Drohnenflug über der Theresienwiese

Einem 28-jährigen Ukrainer wurde am Samstag gegen 11.45 Uhr, sein filmisches Hobby zum Verhängnis. Er wollte mit einer Drohne und einer anmontierten Kamera Luftaufnahmen vom Oktoberfest machen und ließ diese schließlich im Bereich unter der Bavaria aufsteigen. Ihn erwartet nun eine Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz.

Schmiererei auf historischer Geisterbahn und Strafvereitelung

Gegen 18.25 Uhr, beschädigte ein bislang unbekannter Täter die nostalgische Geisterbahn auf der Oidn Wiesn, indem er auf die handgemalten historischen Wagen seine Graffitit-Tags setzte. Eine Entfernung ist nur mittels einer aufwendigen Restauration möglich. Die Schadenshöhe ist nicht abschätzbar.

Der Täter wurde außerhalb der Bahn durch den Betreiber angesprochen und festgehalten. Daraufhin wurde er von mehreren, augenscheinlich Bekannten, von dem Betreiber weggezogen, sodass ihm die Flucht gelang.

Die Beteiligten verweigern bisher jede Aussage zum Täter.

44-Jähriger wird mit Maßkrug verletzt

Streit zwischen Schweizer und Münchner: Gegen 20.45 Uhr, geriet ein 27- jähriger Schweizer mit einem 44-jährigen Münchner in Streit. Im Verlauf des Streits schlug der 27-Jährige mit einem Maßkrug gegen den Kopf des 44-Jährigen. Dieser erlitt eine Kopfplatzwunde und wurde vom Rettungsdienst ärztlich versorgt.

Fade Wiesn: Besucher-Ansturm bleibt bislang aus

Der 27-jährige Schweizer wurde nach Zahlung einer Sicherheitsleistung sowie nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Versuchte gefährliche Körperverletzung mit abgeschlagener Bierflasche

Ein 53-jähriger italienischer Tourist wollte gegen halbacht ein Festzelt betreten, dieser wurde ihm jedoch verwehrt. Daraufhin schlug der 53- Jährige den Boden einer Bierflasche ab und ging mit der angespitzten Flasche auf eine 46-jährige Mitarbeiterin des Festzeltes los. Die 46-Jährige arbeitet im Empfangsbereich des Zeltes und ist für die Reservierungen zuständig. Der 53-Jährige konnte vom Ordnungsdienst überwältigt werden und wurde einer zufällig vorbeikommenden Polizeistreife übergeben.

Eigenen Angaben nach ist der 53-Jährige ein italienischer Zollbeamter. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der 53-Jährige zur richterlichen Vorführung der Haftanstalt überstellt. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der 22- jährige Schweizer zur richterlichen Vorführung der Haftanstalt überstellt. Als er dies erfuhr, dehnte er den Kreis der unflätig Beschimpften auch auf die Staatsanwältin aus.

Betrunkener Soldat steigt auf Festzeltdach

Bei übermäßigem Alkoholkonsum meint so mancher, er wachse über sich hinaus. Bei einem Wiesn-Besucher aus den USA ging das am Samstag so weit, dass er ganz hoch hinaus wachsen wollte. So hoch wie das Dach eines Wiesn-Festzeltes, von dem ihn die Polizei um kurz vor Mitternacht runterholen musste. Mehr dazu lesen Sie hier.

Raub eines Mobiltelefons

Ein 35-jähriger Vietnamese aus Dortmund, der während des Oktoberfest in einem Festzelt als Küchenhilfe arbeitete, befand sich am Samstag gegen 22.20 Uhr, nach Arbeitsende auf dem Nachhauseweg. Als ortsunkundiger nutzte er sein Mobiltelefon als Navigationshilfe. Zwei bislang unbekannte Männer traten an ihn heran, einer der beiden griff nach dem Mobiltelefon, schlug ihm mit dem Ellbogen in den Bauch und entriss ihm das Gerät. Der 35- Jährige stürzte, verletzte sich aber nicht. Währenddessen rannten die Täter davon.

Der 35-Jährige begab sich daraufhin zur Polizeiinspektion 14 (Westend) und erstattete Anzeige.

Räuberische Erpressung mit Messer

Gegen 19.45 Uhr, wurde einem 23- jährigen Finnen in einem Festzelt durch einen bislang unbekannten Täter ein Butterfly-Messer vorgehalten und die Herausgabe seines Geldbeutels gefordert. Diesem Ansinnen kam der Finne aus durchaus nachvollziehbaren Gründen nach.

Außerhalb des Zeltes sprach er sofort eine zufällig anwesende Einsatzgruppe an, eine sofortige Fahndung blieb jedoch leider ergebnislos.

Aggressiver Wiesnbesucher landet im Arrest

Ein 34-jähriger Franzose sollte wie alle anderen Gäste auch nach Schankschluss das Zelt verlassen. Er weigerte sich jedoch. Erst rempelte er eine Kellnerin an, danach schlug er wahllos in Richtung des Ordnungsdienstes um sich.

Er wurde daraufhin zu Boden gebracht und gefesselt. Auch das Eintreffen der Polizei konnte ihn nicht beruhigen und er schrie weiterhin laut und fuchtelte so stark mit beiden Händen, dass er sich am Boden des Zeltes eine leicht blutende Verletzung am Unterarm zuzog.

Zum 35. Jahrestag: Gedenken an Wiesn-Attentat

Eine medizinische Versorgung sowie einen Alkoholtest verweigerte er. Der Franzose wurde zur Beruhigung und Ausnüchterung der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt.

Taschendiebfahnder nehmen zwei Personen nach mehreren Diesbtählen fest

Berliner Taschendiebfahnder, welche zur Unterstützung des Polizeipräsidiums München auf dem Oktoberfestz im Einsatz sind, beobachteten am Samstag eine 43-jährige Griechin und einen 21-jährigen Pakistaner dabei, wie sie in einem Festzelt mehrfach versuchten Festgästen aus der Handtasche oder Gesäßtasche Geldbeutel oder Handys zu klauen.

Letztlich konnten sie bei einem Mann einen 10-Euro-Schein aus der Gesäßtasche entwenden und bei einer Frau ein hochwertiges Mobiltelefon.

Nachdem die Diebe festgenommen wurden, konnten noch zwei weitere Mobiltelefone aufgefunden werden, welche höchstwahrscheinlich aus Diebstählen stammen. Zur Klärung der Haftfrage wurden sie in der Haftanstalt verbracht.

 

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